Ganesha

«…Tag-47: Namaste. Ich bin Ganesha – गणेश – der Elefantenköpfige Gott, der Beseitiger aller Hindernisse.

Ich bin der Sohn von Shiva und Parvati. Mit meinem großen Kopf, meinen großen Ohren und meinem freundlichen Wesen bin ich der Gott der Weisheit, des Intellekts und des Erfolgs.

Ich werde immer als Erster angerufen, wenn ein neues Kapitel beginnt — ob bei einer Zeremonie, einem Geschäftsvorhaben, einer Reise oder einem neuen Projekt.

Wer mich ruft, dem helfe ich, Hindernisse aus dem Weg zu räumen und mit Klugheit und Ausdauer ans Ziel zu kommen.

Ich bin der Schutzpatron aller Schreiber, Studenten und Denker.

Mit meiner Feder und meinem Buch bin ich immer an deiner Seite, wenn du neue Wege beschreitest. Rufe mich an, wenn du einen klaren Verstand brauchst, wenn du nicht weiterkommst oder wenn ein neuer Anfang ansteht. Ich bin Ganesha.

Mit meinem Segen öffnen sich Türen, die zuvor verschlossen schienen. Ich bin hier, um dir zu helfen

Mein Reittier: Ratte – Mantra:

6. Om Gam Ganapataye Namah

ॐ गं गणपतये नमः

om gam ganpataye namah

Übersetzung: Om, ich verneige mich vor Ganesha (Entferner von Hindernissen).

Meine Geburt

Shiva und Parvati sind der Quell allen Lebens, jedoch nur insofern, als sie der Grund für Kinder sind, nicht deren physische Eltern.

Entsprechend hat Shiva tatsächlich keinen Sohn und Erben.

Als Parvati ihn auf dieses Versäumnis aufmerksam macht, erwidert Shiva, in seinem Fall mache es keinen Sinn, einen Nachkommen zu haben:

Tochter des Gebirges, der Tod ist meine Sache nicht, und so brauche ich keinen Sohn. Wozu sollte da, wo es keine Krankheit gibt, Medizin nötig sein?

Nichtsdestoweniger hat Parvati Verlangen nach einem eigenen Kind.

Behutsam versucht sie, Shiva dafür zu begeistern: Sobald er erst einmal seinen Teil dazu beigetragen habe, könne er das Aufziehen des Kindes ganz und gar ihr überlassen und ungestört sein kontemplatives Leben weiterführen. Shiva ist verärgert und geht wütend weg. Doch als er sieht, wie unglücklich er Parvati gemacht hat, wird er nachgiebig. Um sie zu necken, macht er aus ihren Kleidern einen Stoffpuppen-Sohn, und als sie die Puppe an sich wird diese auf wunderbare Weise zu einem leibhaftigen kleinen Jungen.

Pārvati reicht Shiva den Säugling. Der nimmt ihn und untersucht ihn auf Fehler.

Dann erinnert sich der Gott daran, daß er in den Augenblicken der Urschöpfung das tödliche Gift halahala geschluckt hat, um die Menschheit vor seiner Wirkung zu bewahren.

Shiva begreift, daß sein Sohn verloren ist, und mit einem Schlag seiner Hand enthauptet er das Kind, als sein Kopf nach Norden gewandt ist.

Párvati ist von Schmerz erfüllt, und Shiva versucht in seiner Zerknirschung, den Kopf wieder am Körper fest zu bekommen – vergebens.

Eine himmlische Stimme rät ihm, den Torso durch den Kopf eines anderen Wesens zu komplettieren, das ebenfalls nach Norden schaut. Shiva läßt also seinen Diener, den Stiergott Nandi, zu sich kommen und beauftragt ihn, einen geeigneten Spender zu suchen.

Nandi macht sich auf den Weg, und als er dem großen Elefanten des Wettergottes Indra begegnet, der gerade nach Norden schaut, schickt er sich an, ihm mit seinem Schwert den Kopf abzuhauen.

Indra ist außer sich und verwickelt Nandi in ein verbissenes Gefecht, indem er den Elefanten besteigt und von dort aus den Kampf führt.

Nandi schlägt den Angriff jedoch zurück, entfernt auftragsgemäß den Elefantenkopf und kehrt mit diesem zu Shiva zurück.

Shiva ist begeistert und setzt den Elefantenkopf auf den Leichnam seines Kindes, in das augenblicklich das Leben zurückkehrt und das in seinem eigentümlichen Zwischenzustand gar nicht unattraktiv aussieht – mit rundem, gütigem Gesicht und einem sich vorwölbenden Bauch.

Die anderen Götter sind voller Erstaunen über das, was stattgefunden hat, und bringen Geschenke für das Elefantenkind.

Die Weisen wiederum geben ihm den Namen Ganesha, was „Herr der Heerscharen“ bedeutet.

Darauf bedacht, Indras Transportmittel instand zu setzen, rät Shiva ihm, er möge seinen nun kopflosen Elefanten ins Meer werfen, wodurch dieser wiederhergestellt und unsterblich werde.

URSPRUNGSKULTUR: Puranischer Hinduismus (Indien).

HERKUNFT: Brihaddharma-Purana (1250 n. Chr.)

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