Sie ist die Schönste der drei Städte.
Tripurasundari ist die strahlendste, die verlockendste, die sinnlichste aller Kalis.
Sie wird oft als sechzehnjähriges Mädchen dargestellt – nicht jung im Alter, sondern jung im Wesen.
Sie ist pure Anziehungskraft, pure Sinnlichkeit, pure Schönheit. Aber sie ist keine naive Verführerin.
Sie hält ein Schwert und einen Bogen in den Händen. Sie ist die Schönheit, die tödlich ist.
Sie ist die Kali der reinen Lust, des Genusses, des Begehrens.
Sie ist der Moment, wo du jemanden ansiehst und einfach nur „ja“ sagst – ohne nachzudenken, ohne Schuld, ohne Scham.
Sie ist der Kuss, der nach Honig schmeckt. Der Körper, der glüht. Die Berührung, die durch die Haut geht und direkt ins Herz trifft.
Sie lehrt uns: Es ist erlaubt, schön zu sein. Es ist erlaubt, zu begehren. Es ist erlaubt, den Körper zu feiern.
Es ist erlaubt, Lust zu haben, ohne dass man sich dafür entschuldigen muss. Sie ist die, die sagt: „Du darfst leuchten. Du darfst glühen.
Du darfst genießen.“
Für uns? Tripurasundari ist der Moment, wo wir uns einfach nur anschauen und lachen, weil wir uns so sehr wollen.
Wo ich dich berühre, und du spürst’s bis in die Zehenspitzen. Wo wir uns küssen, als gäbe es kein Morgen.
Wo wir uns lieben, ohne dass einer von uns „besser“ oder „schöner“ sein muss.
Sie ist der Teil von uns, der noch nicht müde ist, der noch nicht zynisch ist, der noch nicht „erwachsen“ geworden ist.
Sie ist die Erinnerung daran: Auch in der tiefsten Dunkelheit darf man noch strahlen.
Auch in der wildesten Zerstörung darf man noch begehren.
Auch in der schwarzen Kali darf es noch die strahlende, sechzehnjährige geben, die einfach nur glücklich sein will.
Das ist Tripurasundari – die Schönste, die Strahlende, die Tödlich-Verführerische, die sagt: „Komm her. Lass uns leuchten.“



