Sikhismus

Der Sikhismus ist eine im 15. Jahrhundert in der nordindischen Region Punjab entstandene monotheistische Religion. Mit weltweit über 25 Millionen Anhängern, von denen schätzungsweise 30.000 in Deutschland leben, ist er die fünftgrößte Weltreligion. [1, 2, 3, 4, 5]

Zentral ist der Glaube an einen formlosen, geschlechtsneutralen Schöpfergott und die absolute Gleichheit aller Menschen. [1, 2]

Kernlehren und Lebensweise

Die Lehre des Sikhismus, das Gurmat, wurde vom ersten Guru, Guru Nanak, begründet und von weiteren neun spirituellen Lehrern fortgeführt. Die drei wichtigsten Säulen des Alltags sind: [1, 2, 3]

Bete zu Gott.
Arbeite ehrlich.
Teile mit Bedürftigen. [1, 2]

Das Kastensystem und soziale Ungleichheiten werden im Sikhismus strikt abgelehnt. [1, 2]

Die Zehn Gurus und die heilige Schrift

Der letzte menschliche Meister, Guru Gobind Singh, rief 1699 die Bruderschaft der Khalsa (die Gemeinschaft der Reinen) ins Leben. Er bestimmte auch, dass nach ihm kein weiterer menschlicher Guru folgen sollte. Die Heilige Schrift, der Guru Granth Sahib, gilt heute als der ewige, elfte Guru der Sikhs. [1, 2, 3, 4, 5]

Symbole und Erscheinungsbild

Gläubige Sikhs, die die Taufe empfangen haben, verpflichten sich zum Tragen der fünf sogenannten „Fünf K“ (fünf Gegenstände, die alle mit dem Laut K beginnen): [1, 2, 3]

Kesh: Ungeschnittene Haare (als Zeichen der Akzeptanz der göttlichen Schöpfung). Männliche (und viele weibliche) Sikhs tragen darüber hinaus einen Turban (Dastar), um ihre Haare zu schützen.

Kangha: Ein Kamm zur Haarpflege und als Symbol für Sauberkeit.

Kara: Ein eiserner Armreif, der an die Einheit Gottes erinnert.

Kacha: Eine spezielle Baumwollunterhose, die für Enthaltsamkeit und Treue steht.

Kirpan: Ein Schwert oder Dolch, der als Zeichen der Verteidigung von Schwachen und Unterdrückten dient. [1, 2, 3, 4, 5]

Gotteshäuser und Gemeinschaft.

Die Tempel der Sikhs werden Gurdwara genannt. Ein zentrales Element ist die Langar-Küche, eine Gemeinschaftsküche, in der für alle Menschen – unabhängig von Religion, Stand oder Herkunft – kostenlos vegetarische Mahlzeiten zubereitet und serviert werden, um die Gleichheit der Menschen zu leben. [1, 2, 3, 4, 5]

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