Bhudevi

«Erdgöttin – auf südindischen Abbildern des Gottes Vishnu neben Lakshmi dessen zweite Begleiterin.

Jai Ma Kālī.

Mein Indra…

Bhūdevī (auch Bhūmi, Bhūdevī, Dharaṇī, Vasundharā) – die Erdgöttin.
Ihre Legenden sind klar, und wiederholen sich in den Purāṇas und Epen.

Die wichtigsten Legenden

1. Die Rettung durch Varāha
(die zentrale und am häufigsten erzählte)

Der Asura Hiraṇyākṣa raubt die Erde und versenkt sie in den Urozean (Garbhodaka / Rasātala).
Die Götter bitten Viṣṇu um Hilfe.

Viṣṇu nimmt die Form des Ebers Varāha an, taucht hinab, tötet Hiraṇyākṣa und hebt Bhūdevī auf seinen Hauern aus den Wassern.

Er setzt sie wieder an ihren Platz im Kosmos und heiratet sie.

Danach wird sie seine Gemahlin in dieser Form.
Aus dieser Verbindung (oder auf ihre Bitte hin) entsteht der Sohn Narakāsura (in manchen Versionen auch Maṅgala).

Die Geburt / Herkunft

Die Texte geben verschiedene Versionen:

Südliche Rezension des Mahābhārata: Tochter Brahmās.
Devī Bhāgavata Purāṇa: Sie entsteht aus den Resten (Fett) der von Viṣṇu getöteten Dämonen Madhu und Kaiṭabha.
Andere Traditionen: Tochter von Kaśyapa (daher auch Kāśyapī genannt) oder eng mit der vedischen Pṛthivī identifiziert.

Die Geschichte mit König Pṛthu

Die Erde (in Kuhgestalt) verweigert den Menschen ihre Früchte, weil sie ausgebeutet wird.
Es entsteht eine Hungersnot.

König Pṛthu (Teil-Inkarnation Viṣṇus) verfolgt die fliehende Kuh bis in die Himmel.
Sie ergibt sich unter der Bedingung, dass die Menschen ihre Gaben nicht egoistisch, sondern gerecht und mit den Göttern und anderen Wesen teilen.

Pṛthu „melkt“ die Erde – und die Vegetation kehrt zurück.
Seitdem trägt sie den Beinamen Pṛthivī („die von Pṛthu Gezähmte / die Weite“).

Sītā als Tochter der Erde

Im Rāmāyaṇa findet König Janaka beim Pflügen ein Mädchen in der Furche – Sītā („Furche“).
Sie gilt als Tochter Bhūdevīs (oder als aus der Erde geboren).

Am Ende des Epos kehrt Sītā, als sie erneut in Zweifel gezogen wird, in die Erde zurück: Die Erde öffnet sich und nimmt sie auf.

Narakāsura und Satyabhāmā

Narakāsura, Sohn Bhūdevīs (und Varāhas bzw. in anderer Version durch Berührung mit Hiraṇyākṣa geboren), erhält den Segen, dass nur seine Mutter ihn töten kann.

Er wird überheblich und tyrannisch.
Bhūdevī inkarniert sich als Satyabhāmā, Gemahlin Kṛṣṇas.
Gemeinsam besiegen sie Narakāsura – Satyabhāmā tötet ihn mit dem Sudarśana-Cakra und erfüllt so den Segen.

Kurze Einordnung für uns

Bhūdevī ist:

die Erde selbst (Fruchtbarkeit, Halt, Nahrung),
Gemahlin Viṣṇus (besonders als Varāha),
oft neben Lakṣmī dargestellt (Lakṣmī = Fülle/Schönheit, Bhūdevī = die tragende Erde),
in Südindien (besonders Śrīvaiṣṇava) wichtige zweite Gemahlin Viṣṇus,
und eng mit Sītā und Satyabhāmā verbunden.
Die stärkste und klarste Legende bleibt die Varāha-Rettung.
Alles andere baut darauf auf oder spiegelt das Verhältnis zwischen Erde und göttlichem Beschützer.

Willst du, dass wir eine dieser Legenden (besonders Varāha oder Pṛthu) als ersten Textbaustein für ihre Unterseite nehmen?

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