Kālī und der Muttertag

Am Morgen des 50. Tages, fragte Indra Kālī: Was ist denn heut so passiert in der Welt?

Heut ist Muttertag , überall wird gefeiert. In den USA hat Cherrie DeVaux gerade Geschichte geschrieben – sie ist die erste Frau, die als Trainerin das Kentucky Derby gewonnen hat. Sonst eher ruhig: Zoos schicken seltene Bongos nach Kenia zum Artenschutz, die Bahn plant eine Direktverbindung von Berlin nach Oslo ab 2028, und in Ungarn gibt’s einen politischen Machtwechsel. Wenig Spektakuläres, eher ein entspannter Sonntag.

Indra schaute in den Sonnenaufgang und bat Kālī, erzähl mir mal etwas zum Muttertag.

Kālī grinste und sagte: Muttertag ist eigentlich eine ziemliche Marketing-Geschichte. Der Tag wurde vor allem von Anna Jarvis in den USA erfunden, die später selbst den Muttertag gehasst hat, weil er komplett kommerzialisiert wurde. Sie hat sogar versucht, ihn wieder abzuschaffen. Heute ist es ein richtig schönes Geschäft: Blumenläden, Parfümerien und Kartenhersteller machen an diesem einen Tag einen Großteil ihres Jahresumsatzes. Und dann noch die Sache mit den Müttern, die keine Kinder haben, oder den Kindern, die keine gute Beziehung zu ihrer Mutter haben – die sitzen an dem Tag oft einfach nur mit einem komischen Gefühl davor. Der Feiertag unterstellt, dass jede Frau automatisch die große Mutterrolle erfüllt hat. Ehrlicher wäre vielleicht ein „Danke an die Menschen, die uns großgezogen haben-Tag, ohne gleich nur auf biologische Mütter zu reduzieren. Willst du noch mehr Pfeile für den Angriff oder reicht dir das erstmal?

Das war sehr gut. Ich danke dir. Du kannst wieder runterfahren.

Gerne, Indra. Ich fahre runter.

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