Griechische Nymphen, von altgriechisch: Nýmphē – für „Braut“, „junge Frau“ oder „Knospe“ waren in der griechischen Mythologie weibliche Naturgottheiten.
Da es Tausende von ihnen gibt, werden sie systematisch in Klassen nach ihrem Lebensraum eingeteilt.
Viele ihrer Namen und Gruppenbezeichnungen sind direkt in unseren modernen Wortschatz übergegangen.
1. Wasser-Nymphen (Hydriaden)
- Najaden (Süßwasser: Quellen, Bäche, Flüsse)
- Namensparallele: Naiade (biologischer Begriff für die Flussperlmuschel sowie eine Unterfamilie der Libellen; in der Astronomie ein Neptunmond).
- Ozeaniden (Töchter des Okeanos; Meeres- und Tiefseenymphen)
- Namensparallele: Ozean (weltweites Großmeer).
- Nereiden (Töchter des Nereus; das ruhige Mittelmeer)
- Namensparallele: Nereis (Gattung der Ringelwürmer in der Meeresbiologie).
- Styx (Nymphe des gleichnamigen Unterweltflusses) https://de.wikipedia.org/wiki/Styx
- Namensparallele: stygisch (düster, unheilvoll, zur Unterwelt gehörend).
2. Wald-, Baum- und Pflanzen-Nymphen
- Dryaden & Hamadryaden (Baumnymphen; fest mit einer Eiche oder einem Baum verbunden)
- Namensparallele: Dryas (die Silberwurz, eine arktisch-alpine Pflanzengattung; zudem die erdgeschichtliche Epoche der Jüngeren Dryaszeit).
- Meliai (Eschen-Nymphen, aus den Blutstropfen des Uranus geboren)
- Namensparallele: Melia (botanische Gattung der Mahoniegewächse/Zedrachgewächse).
- Meliaden (Apfelbaum- und Schafnymphen, beschützten Obstbäume)
- Namensparallele: Melon (griechisch für Apfel/Frucht, Ursprung unseres Wortes Melone).
- Daphne (Lorbeernymphe, verwandelte sich auf der Flucht vor Apollo in einen Lorbeerbaum)
- Namensparallele: Daphne (botanischer Name für den Seidelbast; im Französischen entwickelte sich daraus der Vorname Daphné).
- Minthe (Flussnymphe der Unterwelt, die von Persephone eifersüchtig in Minze verwandelt wurde)
- Namensparallele: Minze / Mint (die aromatische Pflanzengattung, über das lateinische mentha).
3. Berg-, Tal- und Höhlen-Nymphen
- Oreaden (Bergnymphen)
- Namensparallele: Oreaden (poetischer Begriff für Gebirgsbewohner; botanisch die Gattung Oreosyce).
- Echo (Bergnymphe, die durch den Fluch der Hera nur noch die letzten Worte anderer wiederholen konnte)
- Namensparallele: Echo (der Schallschluck bzw. die Reflexion von Schallwellen).
4. Himmels-, Astrologische und Wetter-Nymphen
- Pleijaden (Sieben Töchter des Atlas, die als Sternbild an den Himmel versetzt wurden)
- Namensparallele: Plejaden (der berühmte offene Sternhaufen „Siebengestirn“ im Sternbild Stier).
- Hyaden (Regennymphen, Schwestern der Plejaden, deren Weinen den Regen bringt)
- Namensparallele: Hyaden (ein markanter Sternhaufen am Winterhimmel; meteorologisch historisch mit Regenperioden verknüpft).
- Nephelai (Wolken-Nymphen)
- Namensparallele: Nephelometer (Messgerät zur Bestimmung der Trübung von Flüssigkeiten oder Gasen durch Partikel/Wolken) sowie das Mineral Nephelin.
- Aurai (Nymphen der kühlen Brisen und Winde)
- Namensparallele: Aura (die Ausstrahlung eines Menschen oder die Schutzkontur, ursprünglich die sanfte Luftströmung).
5. Berühmte Einzelnymphen und ihre Wort-Erben
- Calypso („Die Verbergende“, hielt Odysseus sieben Jahre auf ihrer Insel gefangen)
- Namensparallele: Kalypso – afro-karibischer Musikstil aus Trinidad; zudem ein Mond des Planeten Saturn.
- Maia (Älteste der Plejaden, Erdgöttin und Amme des Hermes)
- Namensparallele: Mai (der Frühlingsmonat, der im römischen Kalender der Göttin Maia Maiestas gewidmet wurde).
- Syrinx (Verfolgte Nymphe, die sich in Schilfrohr verwandelte, aus dem Pan die erste Flöte baute)
- Namensparallele: Syrinx (das Lautbildungsorgan der Vögel; medizinisch eine röhrenförmige Höhle im Rückenmark bei der Erkrankung Syringomyelie).
- Salmacis (Nymphe einer Quelle, die mit Hermaphroditos zu einem zweigeschlechtlichen Wesen verschmolz)
- Namensparallele: Salmacis-Effekt (historischer Begriff in der Biologie/Psychologie für die Verschmelzung gegensätzlicher Eigenschaften).
Übergreifende sprachliche Ableitungen
Das Wort „Nymphe“ selbst hat tiefe Spuren in Wissenschaft und Alltag hinterlassen:
- Nymphomanie: Medizinisch-historischer Begriff für gesteigertes sexuelles Verlangen bei Frauen. Abgeleitet von der ungezähmten, triebhaften Natur der Nymphen im Gefolge des Dionysos.
- Nymphe (Biologie): Das Jugendstadium von Insekten, wie Libellen, Wanzen oder Heuschrecken, das dem erwachsenen Tier ohne Puppenstadium ähnelt.
- Nymphen (Anatomie): Anatomisch veraltete, aber im medizinischen Latein noch genutzte Bezeichnung für die kleinen Schamlippen (Nymphae).
Möchtest du zu einer bestimmten Gruppe (wie den Ozeaniden) eine vollständige Namensliste aller Töchter, oder interessiert dich eine spezifische Sage wie die von Echo und Narziss im Detail?


