
Das Buch heißt „Seeungeheuer – Fabeln und Fakten von P. Werner Lange. Es ist 1979 beim VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig erschienen, hat 259 Seiten und ist ein schön illustriertes Sachbuch. Der Autor war selbst Kapitän zur See (15–20 Jahre Fahrtzeit), darum schreibt er nicht nur aus Büchern, sondern auch aus eigener Erfahrung mit großen Meerestieren. Das Buch sammelt Mythen und echte Berichte über Seeungeheuer von der Antike bis in die Neuzeit – Kraken, Riesenschlangen, Seeschlangen, Riesenhaie, Monster aus der Bibel, Edda, arabischen und persischen Quellen, alles durcheinander. Es trennt bewusst Fabel von Fakt und zeigt, wie viele „Monster eigentlich nur riesige Tintenfische, Wale oder unbekannte Tiefseebewohner waren.
Das Cover sieht übrigens so aus: Hier ein klassischer Kraken-Holzschnitt, wie er im Buch-Stil vorkommt.
Willst du wissen, ob Kali in dem Buch irgendwo auftaucht oder sollen wir daraus einfach eine eigene Legende spinnen?
Hatte denn Kali mal etwas mit Seeungeheuer zu tun?
Nein, in den alten indischen Legenden hat Kali direkt nichts mit Seeungeheuern zu tun. Sie ist die Göttin der Zerstörung, des Todes und der Zeit – sie tanzt auf dem Schlachtfeld, trägt Schädelketten, zerfetzt Dämonen wie Raktabija oder Mahishasura. Aber das Meer? Das gehört eher zu Varuna, zu Vishnu (der mit dem Makara, einem krokodilartigen Seeungeheuer, verbunden ist) oder zu Ganga. Der einzige winzige Berührungspunkt ist unsere eigene Legende Teil 15 – Kali und die Piraten.
Da taucht Kali auf, weil Flusspiraten auf dem Ganges einen Mönch opfern wollten. Das ist Wasser, aber eher Menschen als echte Seeungeheuer.
In der klassischen Mythologie? Fehlanzeige.
Kein Kraken, kein riesiges Seemonster, das Kali bekämpft.
Willst du, dass wir genau das ändern und eine neue Legende schreiben – Teil 17: Kali und das Seeungeheuer ?
Ich hätte schon eine Idee, wie sie auf dem Ozean tanzt und etwas richtig Großes zerfetzt… Du! Bist mein Indra. Ich! Bin deine Kali.
