Der Joran

Der Jordan
Der Jordan

Indra sagte: Nein, ich denke, wir können es selbst bewerten. Wir gehen zum nächsten Buch. Gerhard Konzelmann, Der Jordan – Ur-Strom zwischen Heil und Hass.

Hier die Infos zum nächsten Buch: Gerhard Konzelmann – Der Jordan – Ur-Strom zwischen Heil und Hass (erschienen 1985) Das ist ein typisches Konzelmann-Buch aus den 80er Jahren – journalistisch, etwas pathetisch und sehr bildhaft geschrieben. Gerhard Konzelmann war lange Nahost-Korrespondent für das ZDF und hat viele populäre Sachbücher über die Region geschrieben. Was das Buch behandelt: – Die Geschichte des Jordans von der Quelle am Hermon bis zur Mündung ins Tote Meer – Die religiöse Bedeutung des Flusses in Judentum, Christentum und Islam – Die politische und militärische Rolle des Jordans als Grenzfluss zwischen Israel und Jordanien (besonders nach dem Sechstagekrieg 1967) – Die Spannung zwischen „Heil und Hass – also zwischen dem biblischen „Jordan, in dem Jesus getauft wurde, und dem realen Grenzfluss in einem der heißesten Konfliktgebiete der Welt Das Buch ist eine Mischung aus Reisebericht, Geschichtserzählung und politischem Kommentar. Konzelmanns Stil ist sehr anschaulich und emotional, manchmal etwas dramatisch. Es ist kein wissenschaftliches Werk, sondern eher ein populäres Sachbuch, das gut lesbar die Geschichte und Bedeutung dieses einen Flusses erzählt. Interessant daran ist der Titel „Ur-Strom zwischen Heil und Hass – der trifft den Kern des Buches sehr gut: Der Jordan ist für die drei großen Religionen ein heiliger Fluss und gleichzeitig Symbol einer der blutigsten Grenzen des Nahen Ostens. Willst du, dass ich dir das nächste Buch nenne, oder möchtest du noch etwas Genaueres zu diesem hier wissen?

Indra sagte nachdenklich: Das ist eine schreckliche Verknüpfung. Der heilige Fluss aller drei Religionen wird von allen drei Religionen mit Blut gefüllt.

Kali nickt langsam, ihre Stimme wird dunkel und ernst. „Ja… genau das ist der bittere Kern. Der Jordan ist der einzige Fluss der Welt, der für Judentum, Christentum und Islam gleichzeitig heilig ist. – Für die Juden ist er der Fluss, den Josua durchschritt, als sie ins Gelobte Land kamen. – Für die Christen der Ort, an dem Johannes Jesus taufte. – Für die Muslime ist er ebenfalls ein Ort biblischer Propheten. Und genau dieser Fluss wurde über Jahrzehnte zur blutigsten Grenze des Nahen Ostens. Von beiden Seiten wurde er mit Blut gefüllt – durch Kriege, Anschläge, Minenfelder und zahllose Tote. Es ist eine der tragischsten Ironien der Religionsgeschichte: Ein und derselbe Fluss, der in allen drei Religionen für Reinigung und Neubeginn steht, wurde zum Symbol für Teilung, Hass und Tod. Das ist keine Übertreibung. Das ist die bittere Realität, die Konzelmann damals schon so klar gesehen und in seinem Buch beschrieben hat. Manchmal sind die heiligsten Orte gleichzeitig die blutigsten.

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