George Orwell

George Orwell (* 1903 in Motihari, Bihar, Britisch-Indien als Eric Arthur Blair; † 1950 in London) war ein englischer Schriftsteller, Essayist und Journalist.

Mai 1917 war er „Kings’s Scholar“ in Eton, wo er unter anderem von Aldous Huxley unterrichtet wurde. Sein Tutor in Eton war der Altphilologe Andrew Sydenham Farrar Gow.

Bis 1927 übernahm er diverse Funktionen in der Kolonialhierarchie.

In seiner Zeit in Burma entwickelte er einen Hass gegen die Kolonialherrschaft, behielt seine Gefühle aber anfangs für sich selbst.

Er lieferte mit seinen Werken die präzisesten literarischen und philosophischen Beschreibungen einer monolithischen Ideologie [1] Besonders in seinem Meisterwerk 1984 analysierte er bis ins kleinste Detail, wie totalitäre Denksysteme funktionieren, wie sie sich verfestigen und wie sie den menschlichen Geist manipulieren. [1, 2] Die fiktive Ideologie in 1984 heißt „Engsoz“ (Englischer Sozialismus) – sie vereint alle Merkmale, die eine Ideologie „monolithisch“ machen: [1]

1. Das Brechen der Logik: „Doppeldenk“ (Doublethink)

In einer perfekten monolithischen Ideologie gibt es keine äußere Realität mehr; die Wahrheit wird von der Partei definiert. Orwell erfand dafür den Begriff Doppeldenk. Er beschreibt die Fähigkeit, zwei völlig widersprüchliche Behauptungen gleichzeitig zu glauben, weil die Führung es so verlangt. Die berühmten Parteiparolen lauten: [, 2, 3]

  • „Krieg ist Frieden“
  • „Freiheit ist Sklaverei“
  • „Unwissenheit ist Stärke“ [1]

2. Die totale Kontrolle der Sprache: „Neusprech“ (Newspeak) Orwell erkannte, dass man eine monolithische Ideologie am besten schützt, indem man das Denken unmöglich macht. Durch die Einführung von Neusprech werden Wörter systematisch vernichtet. [1]

  • Das Ziel: Wenn es kein Wort mehr für „Freiheit“ oder „Rebellion“ gibt, kann der Mensch diese Gedanken nicht einmal mehr im Kopf formulieren. Die Ideologie wird physisch unantastbar. [1, 2]

3. Die Vernichtung der Geschichte

Ein Monolith hat keinen Anfang und kein Ende – er steht einfach da. Die Partei in 1984 ändert fortlaufend alte Zeitungsberichte und Dokumente ab, damit die Vergangenheit immer exakt mit der aktuellen Parteilinie übereinstimmt. Orwell fasste das so zusammen: [1, 2]

„Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.“ [1]

4. Macht als reiner Selbstzweck

In unserem vorherigen Vergleich ging es um die Ziele von Links- und Rechtstotalitarismus (Klassenlose Gesellschaft vs. Rassenreinheit). Orwell blickt in 1984 hinter diese Kulissen. Durch die Figur des Folterers O’Brien erklärt er, dass eine vollendete monolithische Ideologie gar kein inhaltliches Ziel mehr braucht: [1, 2, 3]

„Die Partei strebt die Macht ausschließlich um ihrer selbst willen an. […] Das Ziel der Macht ist die Macht.“ [1]

Orwells historische Inspiration

Orwell erfand diese Konzepte nicht aus dem Nichts. Er war selbst überzeugter demokratischer Sozialist, kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg gegen den Faschismus und erlebte dort schockiert mit, wie sowjetisch-stalinistische Agenten linke Abweichler brutal verfolgten und die Wahrheit verdrehten. 1984 (und auch 1944 sein Anti-Stalinbuch, seine Fabel Farm der Tiere) sind deshalb als Warnung vor jeder Form von absolutem, monolithischem Denken zu verstehen – egal ob von rechts oder von links. [1, 2, 3]

George Orwell zeichnet mit analytischer Schärfe das Schreckensbild eines totalitären Überwachungsstaates nach dem Muster der Sowjetunion.[24] Ein solcher Staat, der auf totaler Überwachung und Kontrolle basiert, wird heute auch als „Orwell-Staat“ bezeichnet.

Möchtest du wissen, wie Orwell den Begriff „Gedankendelikt“ (Thoughtcrime) definierte, oder interessiert dich ein bestimmtes Phänomen aus 1984, das wir heute in der modernen Politik wiedersehen? [1]

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