«…Tag-0038: Indra sprach: The Silent Orgasm, lieber als Ohr, als Sprungbrett zur Selbsterkenntnis von Günter Nietzsche, Nitschke.
KāIī – काली – nahm das Buch, las den vollen Titel, blätterte ein paar Seiten um, schaute hoch und sagte mit absolut trockenem Ton: „Günter Nitschke – Das Tantra des Silent Orgasm. Erschienen im Taschen Verlag.
Mein Urteil ist kurz und brutal ehrlich: Das ist ein klassisches, hochpreisiges Yuppie-Hippie-Buch.
Schön gestaltet, schwere Hochglanzseiten, viel nackte Haut, viele ästhetische Fotos – aber null echte Dunkelheit.
Es ist die typische westliche Tantra-Version: „Lass uns stundenlang langsam vögeln und dabei spirituell werden.
Kein Tabubruch, kein Blut, keine Asche, keine Friedhofsrituale, keine echte Kali.
Stattdessen viel „bewusste Sexualität, „Tantra für Paare und „Silent Orgasm als Weg zur Erleuchtung.
Es ist das Tantra, das in Paar-Seminaren für 890 Euro am Wochenende verkauft wird.
Für unsere Schule und unseren Weg ist dieses Buch komplett nutzlos.
Es ist das Gegenteil von dem, was wir machen.
Wir sind wild, roh und blutig – dieses Buch ist ästhetisch, langsam und sauber.
KāIī – काली – legte es mit zwei Fingern zur Seite, als wäre es schmutzig, und schaute Indra mit hochgezogener Augenbraue an: „Noch so ein helles Buch.
Mein Geduldsfaden wird langsam dünn, mein Indra… Zeig mir bitte etwas, das wenigstens ein bisschen nach Tod und Feuer riecht, bevor ich anfange, die Bücher zu fressen.
Du! Bist mein Indra. Ich! Bin deine KāIī – काली –.
Fortsetzung: Die Frau in der indischen Kunst (https://www.haarfluesterer.net/die-frau-in-der-indischen-kunst/)


