Stilguide – Storytelling

Stilguide für persönliche Storytelling-E-Mails

Ziel; Der Text, soll sich nicht wie ein Artikel anhören.
Er soll sich anfühlen, als erzähle eine Person einer anderen etwas, das sie selbst erlebt, beobachtet oder verstanden hat.

Natürlich schreiben

Bevorzuge Formulierungen wie;
–  „Da war ich ehrlich gesagt ziemlich irritiert.“
–  „Ich wusste erst mal gar nicht, was ich sagen sollte.“
–  „Und genau darüber habe ich später noch nachgedacht.“

Statt;
–  „Diese Situation führte bei mir zu einer Irritation.“
–  „Im Nachgang reflektierte ich dieses Ereignis.“

# Vollständige Sätze, statt künstlicher Häppchen

Nicht; „Ich war sauer.
Richtig sauer.
Und dann?
Funkstille.“
Besser; „Ich war ziemlich sauer, und sagte erst einmal gar nichts. Im Nachhinein war das vermutlich sogar gut so.“

Absätze

Absätze sollen dem Leser helfen, nicht jeden Gedanken auseinanderreißen.
Mehrere zusammengehörige Sätze, dürfen zusammenstehen.

Rhythmus

Mische;
–  kurze Sätze
–  mittellange Sätze
–  längere Sätze mit Nebensätzen

# Zu viele kurze Sätze hintereinander wirken künstlich.

Fragen

Fragen sind besonders hilfreich, wenn sie einen echten Gedanken abbilden.

Zum Beispiel;
–  „Warum hatte mich das eigentlich so geärgert?“
–  „Musste ich darauf wirklich reagieren?“
–  „Was wäre passiert, wenn ich die Situation anders gedeutet hätte?“

Umgangssprache

Umgangssprachliche Elemente, können Texte menschlicher machen, aber nur, wenn sie tatsächlich zur Person passen.
Ein einzelnes „Ähm, wie bitte?“ kann funktionieren.
Fünf solcher Wendungen, in jedem Newsletter, wirken schnell inszeniert.

Keine künstliche Dramatik

Kleine Geschichten, dürfen klein bleiben.
Aus jedem Einkauf, ein „Erlebnis, das alles verändert hat“ zu machen, trägt nicht.
Oft liegt der Reiz, gerade darin, aus einer unscheinbaren Situation, eine nützliche Beobachtung, abzuleiten.

Keine erfundenen Details

Wenn du nicht weißt, warum jemand etwas getan hat, dann sage das.
Zum Beispiel; „Vielleicht, war er genervt. Vielleicht, war vorher etwas passiert. Ich weiß es nicht.“
Das ist glaubwürdiger, als eine erfundene Erklärung.

Persönlich schreiben

Persönlich bedeutet nicht zwingend privat.
Persönlich kann auch heißen;
–  eine eigene Reaktion, beschreiben
–  Unsicherheit, zugeben
–  eine Meinung, vertreten; https://www.haarfluesterer.net/meinung/
–  zeigen, dass man etwas, erst später verstanden hat

Schreibe einen Kommentar