Gotteskomplex

Der Gotteskomplex; von Horst-Eberhard Richter
Der Gotteskomplex; von Horst-Eberhard Richter

Das Werk „Der Gotteskomplex: Die Geburt und die Krise des Glaubens an die Allmacht des Menschen“ (1979) des Psychoanalytikers Horst-Eberhard Richter beschreibt die moderne westliche Zivilisation als eine kollektive psychosoziale Störung. [1, 2]

Richters zentrale These besagt, dass der moderne Mensch den Verlust der religiösen Geborgenheit durch einen technisch-wissenschaftlichen Allmachtswahn zu kompensieren versucht – er will „Gott sein, statt Gott haben“. [2, 3]

Die Entstehung des Gotteskomplexes

Verlust von Geborgenheit: Durch die Aufklärung schwand der Glaube an einen schützenden Gott.

Existentielle Ohnmacht: Zurück blieb eine tiefe, unerträgliche Isolations– und Todesangst.

Psychologischer Abwehrmechanismus: Um diese Ohnmacht zu verdrängen, flüchtete die Menschheit in das Extrem der Allmacht.

Wahnhafte Kontrolle: Der Drang, die Natur, die Technik und das gesamte Leben absolut beherrschen zu wollen.[3]

Die Symptome der gesellschaftlichen Störung

Illusion der Machbarkeit: Der Irrglaube, dass alles technologisch lösbar ist und Schmerz oder Leiden komplett abgeschafft werden können. [4]

Naturzerstörung: Die rücksichtslose Ausbeutung der Umwelt als vermeintlicher Beweis menschlicher Dominanz.

Militärischer Rüstungswahn: Der paranoide Versuch, absolute Sicherheit durch maximale atomare Abschreckung und Waffenkontrolle zu erzwingen. [3]

Projektion von Schwäche: Die eigene verleugnete Verwundbarkeit und Angst werden auf äußere Feindbilder projiziert. [3]

Richters Ausweg: Die Überwindung
Die Überwindung des Gotteskomplexes ist laut Buchbeschreibungen bei Hugendubel eine existenzielle Überlebensfrage für die Menschheit. Richter fordert eine Umkehr hin zu: [5]

Eingeständnis der Ohnmacht: Das Akzeptieren der eigenen menschlichen Verwundbarkeit und Endlichkeit.

Dialog statt Konfrontation: Politische Sicherheit kann laut Richter nur mit dem vermeintlichen Gegner entstehen, nicht gegen ihn.

Leidensfähigkeit: Die Wiedererlangung der  Fähigkeit,  Krisen und Ängste seelisch zu verarbeiten, statt sie aggressiv zu kompensieren. [1, 3]

Möchtest du mehr darüber erfahren, wie Horst-Eberhard Richter diesen Ansatz in der deutschen Friedensbewegungpraktisch umgesetzt hat oder suchst du nach einer Analyse zu einem bestimmten Kapitel seines Buches?

[1] https://www.amazon.de, [2] https://de.wikipedia.org, [3] https://www.pressenza.com, [4] https://www.pro-medienmagazin.de, [5] https://www.hugendubel.info