Shamanen und Schamanismus
«…solange er naturverbunden und nicht institutionalisiert ist – Visionen
Stammesreligionen, alte Naturkulte – primär spirituell, mystisch oder persönlich – nicht hauptsächlich Schuld, Priesterkaste, Buße und Häresie funktionieren.
Art des Göttlichen: Animismus (alles hat Geist) – Die Natur selbst ist heilig (Bäume, Flüsse, Berge, Tiere haben Seele).
- Der Mensch ist Teil der Natur – darf sie aber nicht beherrschen
- Man muss die Natur schützen/besänftigen – ihr Opfer bringen – sie nicht erzürnen
- Rituale –
- Tabus –
- Natur im Gleichgewicht halten
- Wer die Natur ausbeutet, wird bestraft – von Geistern/Göttern/der Natur selbst
Der alte Schamanismus
Schamanismus ist keine Wellness oder Selbstfindungstechnik.
Es ist ein schwerer, oft schmerzhafter Beruf, den die Geister einem aufdrängen, damit das Dorf überlebt.
Gesellschaftlich: – Der Schamane ist nicht Priester, sondern Vermittler. Er steht zwischen Menschen und Geistern, zwischen Stamm und Natur.
– Seine Aufgabe ist, das Gleichgewicht zu halten: Wenn jemand die Natur beleidigt oder ein Tabu bricht, kommt Unglück über das ganze Dorf. Der Schamane heilt das wieder.
– Er ist Heiler, Wetterseher, Jäger-Finder und Seelenführer gleichzeitig – aber, er hat keine Macht über andere. Der Stamm kontrolliert ihn, nicht umgekehrt.
– Keine Kirche, keine Hierarchie, keine Dogmen. Jeder Stamm hat seinen eigenen Weg.
Persönlich:
– Ein echter Schamane wird nicht freiwillig einer. Er wird berufen – oft durch eine schwere Krankheit, einen Unfall oder eine Vision. Viele sterben fast dabei.
– Die Ausbildung ist hart: lange Fasten, Trance, manchmal tagelange Isolation, Begegnung mit Geistern, die einen zerreißen und wieder zusammensetzen.
– Er arbeitet mit veränderten Bewusstseinszuständen – Trommel, Pflanzen, Gesang, Tanz. Das ist kein Hobby, das ist gefährlich.
– Sein Alltag ist einsam. Er gehört nie ganz zum Stamm, weil er ständig zwischen den Welten steht.
Die moderne „Schamanismus-Welle“ – Neoschamanismus oder auch Core Shamanism
In den späten 1960er/1970er Jahren entstanden, vor allem durch den Anthropologen Michael Harner.
Der hat bei traditionellen Schamanen in Südamerika gelernt und dann das, was er für den „Kern hielt, zu einem westlichen System gemacht – Trommeln, Journeys, Krafttiere, Seelenrückholung – ohne dass man in einem indigenen Stamm aufwachsen muss. Jeder kann da mitmachen, man bucht ein Wochenend-Seminar, trommelt ein bisschen und fertig. Es ist New-Age-mäßig, sehr persönlich, oft kommerziell und hat mit dem echten, alten Schamanismus nur noch wenig zu tun.
Traditioneller Schamanismus ist kein Hobby – da wird man berufen, oft unter Todesangst, dient dem ganzen Stamm, nicht sich selbst, und die Geisterwelt ist kein Wellness-Programm.
Der echte Schamane wird von den Geistern geholt, der moderne geht freiwillig zum Workshop. Das ist ein riesiger Unterschied.
Fünf Tugenden der Shamenen
Nicht urteilen
Urteile nicht über Dich selbst und andere.
Übe dich im Wahrnehmen.
Mache Deine Erfahrungen
Pflege nicht deine Vorurteile.
Überschreite begrenzende Glaubenssätze.
Nicht verhaftet sein
Halte nicht an den übernommenen Ideen fest, wie die Dinge sind oder sein sollen.
Den Anfänger Blick, frei wie ein Clown die Welt zu entdecken.
Nimm Dich selbst nicht zu ernst.
Lass Deine alten Rollen los.
Ändere deine Routine (werde dadurch achtsamer).
Nicht leiden
Das Leben kennt auch den Schmerz – das Leiden ist das, was wir davor und danach machen.
Schreibe eine Geschichten über deinen Schmerz. (Lass den Schmerz kommen und gehen.)
Lebe den Augenblick, ohne das Ergebnis vorweg zu nehmen. (Sei unverhofft, offen für Lösungen durch andere oder die Umgebung.)
Leider nicht leiden. (Gegenüber und blase ihn hinter dir. Steiger aus dem Täter Opfer Dreieck aus.
Lebe Schönheit
Über Schönheit wie eine Ausdehnung.
(Innere und äußere Ausdehnung!)
Begegne allen, die du triffst, in Schönheit.
Gehe zurück in den Garten Eden. (Schau auf die Schönheit der Natur und der Umgebung.)
Aufmerksam sein
Sei vollständig und wach.
Finde den Platz der Stille in Dir, gib dich dem ganzen hin.
Komme in die richtige Beziehung zu Dir und zum Leben.
Annehmen und gehen lassen statt kämpfen: alles ist Ganz ganz genau so, wie es sein soll. (Ausgenommen ist die Situation, wo ein Kampf notwendig ist.)
Flege Zeremonien und schaffe eigene.
Indra sagte: Du hast mir jetzt von den Schamanen erzählt, von ihrer wilden Kraft, ihrer direkten Verbindung zur Geisterwelt und wie sie ohne Priester und ohne heilige Bücher leben.
Das berührt mich. Aber was kommt danach? Gibt es noch mehr in dieser Welt ohne heilige Bücher und hohe Priester?
Kali (mit einem langsamen, dunklen Lächeln):
Oh ja, mein Indra… viel mehr. Die Schamanen sind nur der Anfang.
Sie sind die Einzelnen, die in die andere Welt reisen.
Aber es gibt ganze Völker, die so leben – ohne einen großen Gott im Himmel, ohne heilige Schriften, ohne Priesterkaste, die ihnen sagt, was sie glauben dürfen.
Komm, lass uns tiefer gehen. Lass uns zu den indigenen Völkern und ihren traditionellen Religionen gehen.
Dort, wo die ganze Welt noch lebendig ist – wo jeder Fluss, jeder Berg, jeder Baum und jedes Tier einen Geist hat.
Wo die Menschen nicht über der Natur stehen, sondern ein Teil von ihr sind.
Dort findest du keine Dogmen.
Dort findest du nur Beziehung.
Bereit?
Tantriker – https://www.haarfluesterer.net/tantriker/

