Oliver Rath auf der Frankfurter Buchmesse

Wir begrüßen sie ganz herzlich zu Oliver Rath. Er zeigt Brück prickelnde Dynamik und einzigartigen Bildwitz. Spektakuläre Inszenierungen und ich muss wirklich sagen, wenn ich seine Bildergalerie mir ansehen, dann hab ich selten so einen spannenden Fotografen erlebt. Dass die sein Magazin Page schrieb; seine fotografieren wirken wie Filmscenen, mit durch geplanten Choreografien, Requisiten und Schauspielern. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit Sind natürlich auch Portraits. Portraits von beispielsweise vielen prominenten wie Eva Padberg oder von Karl Lagerfeld. Und natürlich hat er auch schon bekannte Fotostrecken publiziert, veröffentlicht. Wie beispielsweise für die New York Times, Das Rolling Stones magazin, für Universel und Sony Music.

Begrüßen wir jetzt hier gemeinsam Oliver Rath
Beifall
Bonsuar
Bin gerade noch am einschenken.
Du hast ja hier diesen wunderbaren schönen Bildban herausgegeben.
Ist das dein erster?
Das ist mein aller erste Bildband, ja.
Das ist ja auch so ein Feuerwerk, ein prickelndes Feuerwek. Viel Leidenschaft, saftige Provokationen sieht man in diesen Bildband. Und Natürlich auch spritziger Humor, tolle Inszenierungen. Du bringst also mit deinen Bildern immer wieder alles genau auf den Punkt. Wie gelingt dir das mit diesem Buch?

Ich bin da eigentlich, hmm
Ich komm ja aus dem Schwarzwald ne, ich bin in Emmendingen groß geworden und Freiburg im Breisgau war für mich die riesen Stadt, schon.
Und dann bin ich nach Berlin gezogen, weil mein Freund Stefan Stumpel meinte; hey, geh mal ins Haifischbecken und lernt dort. Und ehmm, da kann man auch nur lernen. Weil das wirklich voller Energie geladen ist, die Stadt.

Was liebst du an Berlin besonders?
Es, also mittlerweile liebe ich auch irgendwie die Berge und Schwarzwald wieder. Weil es hat so eine Hektik, ehh, die einen auch über Nervös machen kann.

Gibt es für dich unanständige Dinge in der Fotografie?
Überhaupt nicht, neh. Ich glaub, ich hab auch ganz viel noch auf meinen Festplatten gespeichert. Was ich noch gar nicht zeigen konnte. Weil das unanständig ist.
Lach
Es heißt ja, du bringst unheimlich viel Sexappeal nach berlin. Würdest du sagen. Würdest du sagen dass die Berliner mehr Sexappeal haben?

Neh, das würde ich überhaupt nicht sagen. Aber, ähmm sie sind auf jeden Fall ziemlich offen in vielen Richtungen.
Wie emotional musst du sein, um diese Fotos zu machen, die du sie hier dargestellt hast in deinem Bildband. Wie entsteht deine Emotion?
Ja man muss auf jeden Fall mit jeder Person anders umgehen. Du kannst da jetzt nicht wieso ein Rambo ne Frau ausziehen wollen, ähm, die Dame muss sich dabei wohl fühlen. Weil sonst würde ich mich nicht wohl fühlen. Weil ich dann ja dann irgendwas verlangen würde, was sie gar nicht will.

Du hast einen Riesen Foto Blog, seit 2008 auch aufgebaut. Wie ist dir das gelungen, so erfolgreich damit zu sein?
Ja das ist auch ein bisschen misslungen, weil ich die ganze Zeit gesperrt war wegen Nacktheit wieder und jetzt lerne ich gerade wie Man einen Busen besser zensiert in dem man ihn verpixelt oder so. Ich hab Sterne drüber gemacht und die waren wieder zu klein oder so und ähm, wir haben sogar mit dem Anwalt geklagt gegen Facebook Irland und gewonnen und dann war ich freigesprochen, wenn man das so nennen kann ‚
Lach
Wo holst du dir die Ideen her, so stark zu provozieren?
Muss schneutzen, schuldigung.
Die meisten Ideen kommen wirklich beim ähm fotografieren erst. Also wenn ich beim Shoot bin, dann kommen auch die Ideen erst. Ich gehe vorher wirklich blind rein ohne auch nur eine Idee. Und wenn ich eine eine halbe Stunde vorher habe bin ich auch schon froh.

Welche Menschen hast du dargestellt? Der klassische Berliner, der Ostberliner, der Westberliner, der Regierende Bürgermeister
Einfall: hier ist gerade Elisabeth ehrlich zu sehen.
Im Hintergrund wird ja auch alles gezeigt. Genau.
Den Bürgermeister habe ich jetzt nicht drin aber den habe ich auch schon öfters fotografiert, auch den neuen.
Ehm, da war gerade so ein Bild Chantal Stadt Chanel, das gefällt mir sehr gut. Ehm, Weil das irgendwie den Humor von Berlin, absolut widerspiegel.

Gibt es eine besondere Geschichte? Hast du ein Lieblingsbild?
Eh, Burnout ist mein absolutes Lieblingsbild.
Das ist ein Mensch der sich eine Kamera an den Kopf hebt und dann kommen auf der anderen Seite die Bänder heraus. Weil das spiegelt für mich die Zeit, Den Zeitgeist aktuell wieder. Dass man einen overdose hat, an handy, Medien, Überfluss. Hier rein hier raus. Welche Medien, also was wollen wir überhaupt noch für uns aufnehmen? Oder ist es vielleicht die Ruhe, die wir brauchen. Und das Handy mal weg legen, und den Rechner.

Gibt es noch andere gesellschaftliche Themen, außer Burn out, mit denen du dich fotografisch beschäftigt hast?

Da habe ich auch einige mehr gemacht. Ich hab zum Beispiel, Flüchtlingspolitik heißt ein Bild, Das ist jetzt nicht im Buch, da wird ein Kind unter den Teppich gekehrt. Klingt jetzt sehr hart. Ist auch fotografisch hard dargestellt aber
für mich, ähm.
Wie man’s nimmt.
Wenn die Medien mal ruhiger sind darüber, absolut wahr.
Zu dem Zeitpunkt.

Kreativität entwickelt sich ja auch in der Kindheit. Das merkst du ja jetzt selbst auch bei deinen Kindern.
Wie verlief deine Kindheit? Was würdest du sagen, was hat dich besonders kreativ gemacht und auch deine Emotionalität entwickelt?

Gar nichts
Lach
Ich wollte immer nur Punk werden und dann war ich Punk und in der Rockband.
Das war halt echt so neunziger alles. Neh
Und dann habe ich Graffiti gesprüht ohne Ende und harte Verhandlungen und nur Ärger.
Ich war so bisschen Der rebellischer.
Vielen Dank lieber Oliver.
Interview: Jane Uhlig

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