Friseurfachkunde – Zeichnen und gestalten Frisuren Farbe Make-up


Haut und Haar – Friseurfachkunde – Meine Buchempfehlung für Auszubildende und Ausbilder. Und dazu Zeichnen und gestalten Frisuren Farbe Make-up
Haut
Haar
Zusammensetzung:
Menschliches Haar besteht auf atomarer Ebene fast vollständig aus den fünf organischen Hauptelementen (CHONS-Elemente). Da Haare primär aus dem Faserprotein Keratin aufgebaut sind, teilen sie sich die typische Elementzusammensetzung von organischen Proteinen.
Die chemischen Mengen (Massenanteile) der Elemente in einem gesunden Haar verteilen sich im Durchschnitt wie folgt;
Kohlenstoff – C # ca. 45 – 50 %
Bildet das organische Grundgerüst der Aminosäuren.
Sauerstoff – O # ca. 23 – 30 %
Bestandteil von Peptidbindungen und Wasser im Haar.
Stickstoff – N # ca. 15 – 17 %
Essenzieller Baustein der Aminogruppen in Proteinen.
Wasserstoff – H # ca. 6 – 7 %
Bindungspartner im Gewebe; bildet u.a. Wasserstoffbrücken.
Schwefel – S # ca. 4 – 5 %
Sitzt in der Aminosäure Cystein. Bildet Disulfidbrücken für Festigkeit.
Spurenelemente und Mineralien (< 1 %)
Weniger als 1 % der Haarmasse entfällt auf eine Vielzahl an anorganischen Mineralstoffen und Metallen.
Diese gelangen über den Blutkreislauf in die Haarwurzel und werden dort im wachsenden Haar eingelagert;
Häufigste Spurenelemente: Zink – यशद – Yaśada (Zn) und Kupfer (Cu).
Weitere Mineralien: Eisen (Fe), Magnesium (Mg), Calcium (Ca), Natrium (Na) und Kalium (K).
Hinweis: Weil das Haar diese Stoffe dauerhaft speichert, wird die chemische Elementanalyse von Haaren (Haarmineralanalyse) in der Medizin oder Forensik genutzt, um Nährstoffmängel oder Belastungen durch Schwermetalle (wie Blei oder Quecksilber) nachzuweisen.
Möchtest du genauer wissen;
Wie die Schwefelbrücken chemisch aufgebrochen werden (z. B. beim Glätten oder bei einer Dauerwelle)?
Wie eine Haarmineralanalyse im Labor funktioniert, um Mängel zu erkennen?
Ein Vergleich zwischen menschlichem Haar und Pflanzendünger offenbart eine verblüffende Ähnlichkeit: Haar enthält fast exakt die gleichen Hauptnährstoffe, die Pflanzen zum Wachsen brauchen. Aus diesem Grund wird recyceltes Haar im ökologischen Landbau zunehmend als biologischer Langzeitdünger eingesetzt.
Der direkte Vergleich der Elementzusammensetzungen zeigt deutliche Parallelen bei den Hauptnährstoffen:
Chemisches Element
Anteil im menschlichen Haar
Anteil in klassischem Volldünger (NPK)
Funktion/Bedeutung für die Pflanze
Stickstoff (N)
ca. 15 – 17 %
10 – 20 % (oft als Ammonium/Nitrat)
Der wichtigste Motor für das Blatt- und Triebwachstum. Haar ist extrem stickstoffreich.
Schwefel (S)
ca. 4 – 5 %
1 – 5 %
Wichtig für die Bildung von pflanzlichen Proteinen und Enzymen.
Kohlenstoff (C)
ca. 45 – 50 %
Gering (wird über \(CO_{2}\) aus der Luft geholt)
Verbessert im Boden als organische Substanz den Humusaufbau.
Phosphor (P) & Kalium (K)
Spuren (< 0,1 %)
5 – 15 %
Im Haar kaum vorhanden. Pflanzen brauchen sie dringend für Wurzeln und Blüten.
Haar als Dünger
Die Vor- und Nachteile im Detail
Der große Vorteil (Stickstoff-Power): Mit rund 15 % Stickstoff übertrifft Haar sogar die meisten Rinder- oder Pferdemistsorten. Da das Stickstoff-Keratin im Haar sehr fest verbaut ist, können Bodenbakterien es nur langsam zersetzen. Haar wirkt deshalb wie ein perfekter Langzeitdünger, der Nährstoffe über Monate hinweg gleichmäßig abgibt, ohne die Wurzeln zu verbrennen.
Der große Nachteil (Kein Volldünger): Haar ist im Gegensatz zu Mineraldünger kein ausgewogener „NPK-Dünger“ (Stickstoff-Phosphor-Kalium). Es liefert fast kein Phosphor und kein Kalium. Werden Pflanzen ausschließlich mit Haaren gedüngt, kann es langfristig zu einem Mangel an diesen Stoffen kommen.
In der Praxis werden aus Friseurabfällen sogar schon Düngepellets hergestellt. Möchtest du wissen:
Für welche Pflanzen (z. B. Tomaten oder Starkzehrer) Haardünger besonders gut geeignet ist?
Wie man Haare im eigenen Garten richtig als Dünger einarbeitet?
Um aus reinem menschlichen Haar einen ausgewogenen, universell einsetzbaren NPK-Volldünger (Stickstoff-Phosphor-Kalium) zu machen, fehlen dem Haar fast vollständig zwei der drei tragenden Säulen der Pflanzenernährung: Phosphor (P) und Kalium (K). [1, 2] Um ein für die meisten Gartenpflanzen ideales Standard-Nährstoffverhältnis (z. B. ein NPK-Verhältnis von etwa 3 : 1 : 4) zu erreichen, müsste man dem Haar signifikante Mengen der fehlenden Elemente hinzufügen.
Das mathematische Defizit (auf 1 kg Haare)
1 kg menschliches Haar enthält bereits eine enorme Menge von rund 150 Gramm reinem Stickstoff (N), aber praktisch 0 Gramm Phosphor und Kalium.
Um dieses Ungleichgewicht zu korrigieren, müsste man pro Kilogramm Haare folgende Mengen an reinen Nährstoffen beimischen:
Zuzufügen: ca. 50 Gramm Phosphor ($P_2O_5$)
Zuzufügen: ca. 200 Gramm Kalium ($K_2O$)
Womit ergänzt man das im Alltag?
Da man reine chemische Elemente selten zu Hause hat, lässt sich dieses Defizit hervorragend durch die Kombination mit anderen organischen Haus- und Gartengütern ausgleichen:
Die perfekte Ergänzung: Holzasche
Reine Asche aus unbehandeltem Holz (z. B. vom Kamin) ist der ideale Partner für Haare.
Sie enthält fast keinen Stickstoff, dafür aber reichlich Kalium (ca. 10 %) und Phosphor (ca. 2–4 %) sowie wertvolles Calcium.
Mischung: Auf 1 Volumenteil Haare gibt man etwa 1 bis 2 Volumenteile Holzasche.
Für den Phosphor-Schub: Knochenmehl
Ergänzend zu den Haaren liefert Knochenmehl extrem viel biologischen Phosphor (ca. 20 %).
Mischung: Eine Handvoll Knochenmehl pro Handvoll Haare gleicht das Defizit perfekt aus.
Die Allrounder: Kompost oder Kaffeesatz
Reifer Grüngutkompost ist von Natur aus reich an Kalium und Phosphor.
Werden Haare direkt auf den Kompost gegeben, gleicht das Mikrobiom das Verhältnis im Laufe der Zersetzung von selbst aus.
Möchtest du diesen biologischen Dünger für eine bestimmte Pflanzenart (z. B. stark zehrende Tomaten oder eher schwache Kräuter) anmischen?
Ich kann dir das Mischungsverhältnis genau auf deine Pflanzen abstimmen.

