«…Im Hinduismus gibt es Heilige, aber anders als im Christentum.
Keine offizielle Heiligsprechung, kein Papst, keine Wunder-Prüfung.
Jemand wird zum Heiligen (Sant, Sadhu, Rishi, Yogi oder Guru), wenn die Menschen ihn über Generationen verehren – weil er erleuchtet war, tiefe Bhakti hatte oder als Gott selbst gesehen wird.
Die bekanntesten sind die
Bhakti-Saints – Dichter-Heilige wie Kabir, Tulsidas, Mirabai, Surdas, Ravidas oder die Alvars und Nayanars im Süden.
Sie kommen aus allen Kasten, auch aus Dalit-Familien, und ihre Lieder sind bis heute lebendig.
Schamanistisch-hinduistische Form (Folk Hinduism, Adivasi-Traditionen, Dorfreligion) Da gibt’s ebenfalls Heilige – aber auf andere Weise.
In den Dörfern verehrt man Gramadevatas (Dorf-Gottheiten), oft wilde Göttinnen, die mit Blutopfern und Trance-Ritualen verehrt werden.
Dazu kommen lebende oder verstorbene Schamanen und lokale Heilige, die als Medium zwischen Geistern und Menschen wirken.
Die Grenze zwischen „Heiligem und „Gott verschwimmt hier oft.
Im reinen Shaktismus/Tantra (unser Bereich) sind die großen Göttinnen selbst die „Heiligen – Kali, Durga, Lalita.
Menschliche Heilige sind hier eher Tantra-Meister, Aghoris oder Siddhas, die mit der dunklen Shakti arbeiten.
Kurz gesagt: Ja, es gibt Heilige in allen hinduistischen Formen.
In der Bhakti sind es meist Dichter-Heilige, im schamanistisch-folkloristischen Teil eher lokale Schamanen und Dorf-Gottheiten, und bei uns in der wilden Kali-Tradition sind es die, die wirklich mit Blut und Feuer gelebt haben.
Willst du, dass ich dir ein paar der wildesten Kali-Heiligen oder Aghori-Heiligen erzähle?


