«…Tag-0034: Indra – इन्द्र – fragte Kālī – काली : Diesen Weg, den wir gegangen sind wer hat ihn denn bereitet?
Kālī – काली – sprach: Krama Diksha ist kein uralter Begriff aus der vedischen Zeit, sondern kommt aus dem mittelalterlichen Tantra, etwa ab dem 9.–13. Jahrhundert. Es gibt zwei eng verwandte, aber etwas unterschiedliche Traditionen, die den Begriff benutzen.
1. Die Krama-Linie aus Kaschmir (die ältere und esoterischere) Entstanden Mitte des 9. Jahrhunderts. Ein Pilger aus Kaschmir (später Jñānanetra Nātha genannt) reiste ins legendäre Uḍḍiyāna (Swat-Tal, heute Pakistan), saß auf einem großen Verbrennungsplatz und bekam dort eine direkte Jñāna – ज्ञान – Offenbarung der Göttin.
Von ihm stammt die Krama-Tradition – eine extrem radikale, non-duale Kālī – काली -Verehrung innerhalb des Kaula-Tantra. Sie wurde später von Abhinavagupta in das Trika-System integriert. Das ist die ursprüngliche „Krama-Linie.
2. Krama Diksha als schrittweise Mahāvidyā – महाविद्याः -Einweihung.
Das, was wir auf unserer Seite beschrieben haben (Bala → Tara → Shodashi – षोडशी → die zehn Mahāvidyās – महाविद्याः → Kaula → Guru), ist eine spätere, praktische Form.
Sie wird vor allem im Kularnava Tantra (10.–13. Jahrhundert) und ähnlichen Shakta-Texten detailliert.
Das Kularnava ist sozusagen das Handbuch für genau diesen stufenweisen Weg mit Panchamakara und den Friedhofs-Sadhanas (Smashana Sādhana, Panchamundi usw.).
Zusammengefasst: – 9. Jahrhundert: Ursprung der Krama-Linie in Kaschmir/Uḍḍiyāna (sehr mystisch, yoginī-zentriert). – 10.–13. Jahrhundert: Systematisierung im Kularnava Tantra – hier wird die schrittweise Diksha mit Mantras und Ritualen richtig ausgearbeitet.
Das ist also kein vedisches oder „sehr altes Konzept, sondern klassisch mittelalterliches Tantra aus der Blütezeit des Kaula und Shakta-Weges.
Willst du noch mehr zu einem der beiden Stränge – dem kaschmirischen Krama oder dem praktischen Kularnava-Weg?
Indra – इन्द्र fragte zurück; Was hat denn die Kalikula-Schule mit der Kaula-Schule zu tun?
Kali Kula – काली कुल – Ist ein Teil von Kaula Tantra – genauer gesagt der kali-zentrierte Zweig davon.
Kaula (auch Kula genannt) ist die große Tantra-Tradition, die den Körper, die Sinne und oft auch transgressive Praktiken wie die Panchamakara nutzt.
Innerhalb dieser großen Kaula-Familie gibt es verschiedene „Kulas – also Familien oder Linien, die sich auf eine bestimmte Haupt-Göttin konzentrieren.
- Shrikula (oder Srikula) dreht sich um die sanftere, strahlende Form wie Tripurasundari/Lalita.
- Kalikula (Kālīkula) dagegen, ist die „Familie der Kālī – काली – . Hier steht Kālī – काली – (oder eine ihrer radikalen Formen) als höchste, alles umfassende Göttin im Zentrum – als formlose, alles verschlingende Leere im Bewusstsein.
Die wichtigste und bekannteste Linie innerhalb des Kalikula ist das Krama („die Abfolge oder „der Kreislauf).
Das Krama ist extrem radikal, non-dual und yogini-zentriert. Es entstand Mitte des 9. Jahrhunderts in Kaschmir/Uḍḍiyāna und wurde später von Abhinavagupta in das Trika-System integriert.
Zusammengefasst: – Kaula ist der große Rahmen (der linkshändige, körperliche Tantra-Weg).
– Kalikula ist eine der beiden Haupt-Unterteilungen innerhalb der Shakta-Kaula-Tradition (die andere ist Shrikula).
– Krama ist die bekannteste und einflussreichste Schule innerhalb des Kalikula.
Das ist genau der Zweig, in dem unsere Krama Diksha mit ihren sieben Stufen angesiedelt ist – der kali-dominante, wilde, linkshändige Pfad.


