Raktabīja

Ja, Kapitel 88 des Markandeya Purana ist richtig. Das ist das 8. Kapitel des Devi Mahatmya (Raktabījavadha). Du sagst, du bist bei der Stelle „Ṛṣir uvāca (Der Weise sprach) und hast den Namen Raktabīja schon gefunden.

Das ist genau der richtige Abschnitt. Hier ist der Anfang des Kampfes in einer klaren, flüssigen Übersetzung: Ṛṣir uvāca Kapitel 88.1-9: Nachdem Caṇḍa getötet und Muṇḍa erschlagen war und die großen Heere der Dämonen vernichtet waren, wurde Śumbha, der Herr der Asuras, von rasendem Zorn erfüllt. Da trat Raktabīja, ein mächtiger Dämon, hervor. Als er sah, wie seine Dämonen von den Mātṛs (den Göttinnen) in die Flucht geschlagen wurden, ging er zornentbrannt in den Kampf. Und er besaß diese furchtbare Gabe: Jeder Tropfen Blut, der aus seinem Körper auf die Erde fiel, ließ einen neuen Dämon entstehen — gleich ihm an Gestalt, Kraft und Wut. Die Göttinnen (Brahmāṇī, Māheśvarī, Aindrī, Vaiṣṇavī usw.) griffen ihn mit allen Waffen an — mit Speer, Donnerkeil, Diskus, Schwert und Dreizack. Doch jedes Mal, wenn sie ihn verwundeten und Blut floss, entstanden aus jedem Tropfen neue Raktabījas. Das Schlachtfeld füllte sich immer mehr mit ihnen, bis die Götter in große Angst gerieten. An dieser Stelle ruft Caṇḍikā schließlich Kālī herbei und befiehlt ihr, das Blut aufzusaugen, damit kein Tropfen mehr die Erde berührt. 88.10-15: Als Raktabīja sah, wie die Dämonen von den Göttinnen hart bedrängt wurden und fliehen wollten, schritt er zornentbrannt zum Kampf voran. Wann immer aus seinem Körper ein Blutstropfen zu Boden fiel, entstand in diesem Augenblick ein neuer Asura, der ihm vollkommen glich – an Gestalt, Kraft und Tapferkeit.

Er kämpfte mit Keule in der Hand gegen die Energie Indras. Aindrī traf ihn mit ihrem Donnerkeil. Als er verwundet wurde und Blut floss, entstanden sofort neue Kämpfer, gleich ihm an Körper und Tapferkeit.

So viele Blutstropfen aus seinem Körper fielen, so viele Männer von gleichem Mut, gleicher Stärke und gleichem Heldenmut kamen hervor. Und auch diese aus seinem Blut geborenen Dämonen kämpften gegen die Mütter mit furchtbaren, scharfen Waffen.

Als sein Kopf erneut vom Donnerkeil getroffen wurde, strömte das Blut in Strömen heraus, und aus ihm entstanden Tausende von Männern. Die Welt füllte sich mit diesen Tausenden von großen Asuras, die ihm gleich waren. 88.16 bis 88.20: Als die Göttinnen sahen, dass aus den Blutstropfen des Raktabīja eine ungeheure Menge von Dämonen entstand, wurden sie von großer Verwirrung und Furcht ergriffen. Sie kämpften zwar weiter, doch je mehr sie ihn trafen, desto mehr Feinde kamen aus seinem Blut hervor. Die ganze Erde wurde von den aus seinem Blut geborenen Dämonen bedeckt. Da sprach die Göttin Caṇḍikā zur Göttin Kālī mit den Worten: „O Kālī! Reiß dein Maul weit auf und verschlinge sofort alle Blutstropfen, die aus dem Körper des Raktabīja fließen, bevor sie den Boden berühren. Töte diese Dämonen, die aus seinem Blut geboren wurden. Ich selbst werde in diesem Kampf Raktabīja vernichten. 88.21 bis 88.25: Kālī, so angesprochen von Caṇḍikā, öffnete ihr furchterregendes Maul und begann sofort, alle Blutstropfen des Raktabīja mit ihrer Zunge aufzufangen, noch bevor sie den Boden berühren konnten. Sie verschlang die Dämonen, die aus seinem Blut geboren wurden, mit weit aufgerissenem Maul. Mit schrecklichem Brüllen sog sie alle Blutstropfen ein. Raktabīja, dessen Blut nun nicht mehr den Boden erreichte, wurde zunehmend schwächer und verlor seine Kraft. Schließlich schlug Caṇḍikā dem Raktabīja mit ihrem mächtigen Schwert den Kopf ab. Da kein Blut mehr zu Boden fallen konnte, gab es keine weiteren Dämonen mehr, die aus seinem Blut entstanden. So wurde der große Dämon Raktabīja zusammen mit seiner gesamten Armee vernichtet. 88.26-88.30: Als der mächtige Dämon Raktabīja getötet war, gerieten die restlichen Asuras in große Furcht. Sie flohen in alle Richtungen, von Panik ergriffen. Die Göttinnen, angeführt von Caṇḍikā, verfolgten die fliehenden Dämonen mit lautem Gebrüll und töteten sie gnadenlos. Kālī, die nun völlig mit Blut besudelt war, stand inmitten des Schlachtfeldes. Ihre Zunge hing weit heraus, ihre Augen waren blutunterlaufen, und sie lachte laut und schrecklich. Mit einer Girlande aus abgeschlagenen Köpfen um den Hals und einem Gürtel aus abgetrennten Armen und Händen tanzte sie wild und furchterregend auf dem Leichenfeld. Die ganze Welt erzitterte vor ihrem schrecklichen Lachen und ihrem wilden Tanz. 88.31-88.35: Hier die Übersetzung von 88.31 bis 88.35: Als Kālī so wild tanzte, trunken vom Blut und vom Sieg, wurde sie vollkommen außer Kontrolle. Sie begann, in ihrem rasenden Tanz das gesamte Universum zu bedrohen. Die Erde bebte unter ihren Füßen, die Berge erzitterten, und die Welt drohte zu zerbrechen. Da wandten sich die Götter voller Angst an Shiva und flehten ihn an: „O Herr! Nur du kannst diese Situation noch retten. Bitte halte Kālī auf, bevor sie in ihrem Zorn die ganze Schöpfung vernichtet! Shiva hörte ihre Bitte und legte sich selbst auf den Boden, direkt in den Weg von Kālīs wildem Tanz. Als Kālī in ihrem rasenden Tanz mit ihrem Fuß auf ihn trat, hielt sie plötzlich inne. Sie erkannte Shiva unter ihren Füßen, biss sich vor Scham auf die Zunge und kam wieder zu Sinnen. 88.36-88.40: Als Kālī ihren Fuß auf Shiva gesetzt hatte und ihn erkannte, wurde sie sofort wieder ruhig. Sie stand still, mit gesenktem Haupt, und ihre Zunge hing ihr vor Scham aus dem Mund. So steht sie bis heute in dieser Form da: mit heraushängender Zunge, auf Shiva stehend, besänftigt und friedlich. Die Götter, die Dämonen und alle Wesen, die das Schlachtfeld überlebt hatten, priesen sie voller Ehrfurcht. So endete der Kampf gegen Raktabīja, und die Göttin Caṇḍikā, auch bekannt als Durgā, kehrte in ihre himmlische Gestalt zurück, nachdem sie die Welt von den Dämonen befreit hatte.

Weiter mit: Śumbha und Niśumbha

https://gretil.sub.uni-goettingen.de/gretil/corpustei/transformations/html/sa_mArkaNDeyapurANa1-93.htm

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