Śumbha und Niśumbha

Neunundachtzigstes Kapitel (Das Kapitel 89 beginnt damit, dass König Suratha (der Zuhörer der Geschichte) dem Weisen Markandeya eine Frage stellt)

Der König sprach:

89.1: O Ehrwürdiger, wunderbar hast du mir die große Tat der Göttin erzählt, wie sie Raktabīja tötete.

89.2 Doch sage mir bitte: Wie konnte die Göttin, obwohl sie doch alleine stand, all diese gewaltigen Dämonenheere besiegen?

Und wie konnte sie jene schreckliche Kālī, die in ihrem Zorn beinahe die ganze Welt zerstört hätte, wieder besänftigen?

Bitte erzähle mir ausführlich von den Taten und der Macht dieser höchsten Göttin.

Antwort des Weisen Markandeya („ṛṣir uvāca)

88.3: Der Weise sprach: „Höre, o König! Ich werde dir die ganze Macht und Herrlichkeit der großen Göttin ausführlich schildern.

88.4: Nachdem Raktabīja vernichtet und Kālī wieder besänftigt war, wurden Śumbha und Niśumbha, die beiden mächtigen Dämonenkönige, von gewaltigem Zorn erfüllt.

Als sie hörten, dass ihre gesamte große Armee sowie der unbesiegbare Raktabīja von der Göttin getötet worden waren, gerieten sie in rasenden Zorn.

89.6: Diese beiden Dämonen waren überaus mächtig, geübt in allen Waffen und voller magischer Kräfte.

In ihrem rasenden Zorn beschlossen sie, selbst gegen die Göttin in den Kampf zu ziehen, um die erlittene Schmach zu rächen.

Sie versammelten ihre verbliebenen Truppen und zogen mit einem gewaltigen Heer in Richtung des Himālaya, wo die Göttin sich aufhielt.

Ihr Brüllen und ihr Kriegsruf erfüllte die ganze Himmelsrichtung.

89.11–89.15: Mit einem gewaltigen, furchteinflößenden Heer, das aus verschiedenen Arten von Dämonen bestand – Daityas, Dānavas und Rākṣasas –, zogen Śumbha und Niśumbha in den Kampf.

Die Erde erzitterte unter ihren Schritten, und ihre Kriegsrufe ließen den Himmel erbeben.

Als die Göttin sie mit ihrem riesigen Heer heranziehen sah, wurde sie zornig. Ihre Augen röteten sich vor Wut, und sie stieß ein lautes, markerschütterndes Lachen aus, das die drei Welten erfüllte.

Da erschienen die verschiedenen Göttinnen – die Mātṛs –, die zuvor bereits an ihrer Seite gekämpft hatten, erneut auf dem Schlachtfeld, um sie zu unterstützen.

89.16–89.20: Als das riesige Dämonenheer näher kam, standen die Göttinnen bereit.

Aus dem Körper der großen Göttin Caṇḍikā traten nun die verschiedenen Shaktis hervor – Brahmāṇī, Māheśvarī, Kaumārī, Vaiṣṇavī, Vārāhī, Nārasiṃhī und Aindrī.

Auch die schreckliche Kālī war unter ihnen und stand mit weit aufgerissenem Maul und herausgestreckter Zunge da, bereit zum Kampf.

Das ganze Dämonenheer wurde von Furcht ergriffen, als es diese mächtigen Göttinnen erblickte.
Doch Śumbha und Niśumbha, voller Stolz und Zorn, befahlen ihren Truppen den Angriff.

Der Kampf brach mit ungeheurer Wucht los.

89.21–89.25: Mit großem Ungestüm stürzten sich die Dämonen auf die Göttinnen. Ein gewaltiger, furchtbarer Kampf entbrannte.

Die Luft war erfüllt vom Klirren der Waffen, vom Brüllen der Krieger und vom Schreien der Verwundeten.
Die Göttinnen kämpften mit großer Kraft und Geschicklichkeit.

Brahmāṇī trank die Feinde mit ihrem Wasserkrug, Kaumārī kämpfte mit Speer und Bogen, und die schreckliche Kālī fraß die Dämonen mit weit aufgerissenem Maul.

Das Schlachtfeld wurde schnell zu einem Meer aus Blut und abgeschlagenen Gliedmaßen.

Doch die Dämonenarmee war unermesslich groß, und der Kampf tobte mit unverminderter Härte weiter.

89.26–89.30: Als der Kampf immer heftiger wurde, traten Niśumbha und Śumbha persönlich in die Schlacht ein.

Niśumbha, der jüngere der beiden Brüder, war von gewaltiger Kraft und ungestümer Wut.

Er stürzte sich mit großer Heftigkeit auf die Göttin und begann, sie mit einem wahren Hagel von Waffen zu überschütten – mit Speeren, Keulen, Schwertern und Pfeilen.

Die große Göttin Caṇḍikā wehrte seinen Angriff mit Leichtigkeit ab. Sie parierte seine Waffen und schlug mit ihrem eigenen Schwert zurück.

Ein gewaltiger Zweikampf zwischen Niśumbha und der Göttin entbrannte, bei dem beide Seiten mit voller Kraft aufeinanderprallten.

89.31–89.35: Der Kampf zwischen Niśumbha und der Göttin wurde immer erbitterter.

Niśumbha, der über außergewöhnliche Kraft verfügte, schleuderte gewaltige Waffen gegen sie und versuchte sie mit aller Macht niederzustrecken.

Doch die Göttin parierte jeden seiner Angriffe mit großer Leichtigkeit. Mit einem einzigen, gewaltigen Schlag ihres Schwertes trennte Caṇḍikā Niśumbha schließlich den Kopf vom Rumpf.

Als der mächtige Dämon Niśumbha fiel, erhob sich aus seinem Körper ein gewaltiger Schrei, und das ganze Dämonenheer geriet in Panik.

Śumbha, der seinen Bruder tot am Boden liegen sah, wurde von rasendem Zorn und unermesslichem Schmerz erfüllt.

89.36–89.40: Śumbha, der seinen geliebten Bruder Niśumbha gefallen sah, wurde von rasendem Zorn und tiefem Schmerz ergriffen.

Seine Augen wurden rot vor Wut, und er brüllte so laut, dass die ganze Welt erzitterte.

Voller Zorn sprach er zur Göttin: „Du niederträchtige! Wie kannst du es wagen, meinen Bruder zu töten?

Nun wirst auch du durch meine Hand sterben! Heute werde ich dich und deine ganze Gefolgschaft vernichten!

Mit diesen Worten stürzte sich Śumbha, der mächtigste der Dämonen, mit ungeheurer Wut auf die Göttin.

Der Kampf, der nun folgte, war der heftigste von allen. Beide Seiten kämpften mit aller Kraft und ohne Gnade.

89.41–89.45: Mit großer Wut und gewaltiger Kraft griff Śumbha die Göttin an.

Er überschüttete sie mit einem Hagel aus Speeren, Pfeilen und Keulen.

Die große Göttin Caṇḍikā jedoch wehrte jeden seiner Angriffe mühelos ab und schlug mit ihrem eigenen Schwert zurück.

Ein furchtbarer und erbitterter Zweikampf entbrannte zwischen dem mächtigsten der Dämonen und der Göttin.

Die ganze Welt erzitterte unter der Wucht ihres Kampfes.

89.46–89.50: Als der Kampf zwischen Śumbha und der Göttin immer heftiger wurde, warf Śumbha ihr voller Hochmut entgegen: „Warum kämpfst du mit Hilfe anderer Kräfte? Wenn du wirklich stark bist, dann kämpfe allein gegen mich! Daraufhin zog die große Göttin Caṇḍikā alle Shaktis, die aus ihr hervorgegangen waren – einschließlich Kālī und der Mātṛs – wieder in sich zurück. Nun stand sie ganz allein auf dem Schlachtfeld, nur noch sie selbst, in ihrer vollen, strahlenden Macht. Śumbha stürmte erneut auf sie zu, doch die Göttin kämpfte nun ohne jede Unterstützung. Der Kampf erreichte seinen Höhepunkt.

Mit einem gewaltigen Schwerthieb trennte Caṇḍikā schließlich auch Śumbha den Kopf vom Körper.

89.50-89.55: Als der Kampf zwischen Śumbha und der Göttin mit voller Wucht tobte, schleuderten beide unzählige scharfe Pfeile und schreckliche Waffen aufeinander. Ein gewaltiges, furchteinflößendes Gefecht entbrannte, das alle Welten in Angst versetzte. Die Göttin schoss hunderte göttliche Waffen und mächtige Geschosse auf ihn ab. Doch Śumbha, der Herr der Dämonen, zerbrach sie alle mit seinen Gegengeschossen. Auch die Waffen, die Śumbha gegen sie richtete, zerstörte die große Göttin spielerisch leicht — allein durch ihr furchtbares Brüllen und durch das Aussprechen bestimmter Silben. Möchtest du direkt mit

89.56–89.60: Als Śumbha sah, dass all seine Waffen von der Göttin mühelos zunichtegemacht wurden, geriet er in rasende Wut.

Er nahm seine mächtige Keule und stürzte mit gewaltiger Kraft auf die Göttin zu.

Die große Göttin Caṇḍikā jedoch ergriff ihr eigenes schweres Schwert, schwang es mit beiden Händen und versetzte Śumbha einen furchtbaren Hieb.

Mit einem einzigen gewaltigen Schlag trennte sie ihm den Kopf vom Rumpf.

Als der Kopf des mächtigen Dämonenkönigs Śumbha zu Boden fiel, erhob sich ein gewaltiger Jubelschrei aus dem Lager der Götter. Die ganze Welt wurde von Freude erfüllt.

89.61–89.65: Als Śumbha tot zu Boden fiel, geriet die verbliebene Dämonenarmee in panische Angst.

Ohne ihre beiden mächtigen Anführer zerstreuten sich die Asuras in alle Himmelsrichtungen und flohen in wilder Flucht.

Die Göttinnen verfolgten sie mit lautem Siegesgebrüll und töteten viele von ihnen.

Die Götter, die von den Dämonen so lange unterdrückt worden waren, atmeten endlich auf. Sie versammelten sich und priesen die große Göttin Caṇḍikā mit freudigen Stimmen und vielen Lobliedern.

Die ganze Welt wurde wieder friedlich und frei von Furcht.

So endete das Neunundachtzigstes Kapitel des Devi Mahatmya

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