Kali, die 7 Todsünden und andere Dämonen

«…Tag-0014, Tag-0032: KāIī und Indra saßen zusammen am Rand des Schlachtfelds.

Die Asche der letzten zerfetzten Dämonen stieg noch langsam in die Luft, während das Feuer langsam herunterbrannte.

KāIī schaute in die Flammen und sprach leise: „Weißt du, was mir heute wieder aufgefallen ist?

Die Menschen kämpfen ständig gegen irgendwelche Dämonen (Hindernisse)… aber sie wissen meistens nicht einmal, wie die Biester eigentlich heißen.

Sie nennen sie Stress, Burnout, Perfektionismus, Selbstzweifel… aber in Wahrheit sind das alles nur neue Masken von ganz alten Feinden.

KāIī drehte nebenbei einen seiner weißen Dreads zwischen seinen Fingern, lächelte schief und antwortete: Dann nennen wir sie beim richtigen Namen, mein Indra.

Die alten Christen haben schon vor über tausend Jahren sieben davon benannt. Sie nannten sie die Todsünden.

Aber ich habe noch ein paar mehr kennen und besiegen gelernt, seit ich mit dir auf diesem Schlachtfeld tanze.

Zum Beispiel den Sprach-Korrektur-Dämon… ignorieren.

Punkt, Komma ist gleich: Lehrzeichen, KāIī/Kālī/Carly ist gleich: Kālī.

Sprach-Dämon zerfetzt.

Indra sagte zu KāIī: Erzähl mir doch mal, was du damals für Dämonen, in deinem Umfeld, in den alten Veden und in dem Bhagavad Gita und im Ramayana erlegt hast.

KāIī sprach: Asuras – असुर –, oder im Buddhismus: als „streitende Götter“ Bezeichnet, sind mächtige, übernatürliche Wesen, die sowohl im Hinduismus als auch im Buddhismus eine zentrale Rolle spielen.

Sie kämpfen in epischen Mythen regelmäßig um die Weltherrschaft oder um das Elixier der Unsterblichkeit (Amrita).

Sie sind Symbole für negative Emotionen und inneren Konflikte

Sie werden oft als Dämonen, Titanen oder Halbgötter bezeichnet. Ich habe, in den alten Texten, vor allem diese Dämonen zerfetzt: – Raktabija – der berühmteste.

Jeder Tropfen seines Blutes erzeugt einen neuen Dämon. Ich trank das Blut, bevor es den Boden berührt, und verschlang alle Kopien.

Das ist die klassische Geschichte aus dem Devi Mahatmya (Markandeya Purana).

Chanda und Munda – zwei mächtige Generäle von Shumbha und Nishumbha. Kali tötet sie und bekommt deshalb den Namen Chamunda.

Shumbha und Nishumbha – die großen Dämonen-Könige, gegen die sie in voller Wut kämpft.

In den Veden kommt sie fast gar nicht vor – sie ist eine spätere Gestalt.

Im Ramayana und Bhagavad Gita wird sie ebenfalls nicht erwähnt; die Gita spricht von inneren Dämonen wie Begierde, Wut, Neid und so weiter, aber nicht von Kali als Kämpferin. 

„Aber wer auch immer zu mir kommt, in welcher Gestalt auch immer, den erreiche ich; alle Menschen streben auf Wegen, die letztlich zu mir führen .“

Sektierertum und sein schrecklicher Nachkomme, der Fanatismus, haben diese schöne Erde lange beherrscht.

Sie haben die Erde mit Gewalt erfüllt, sie immer wieder mit Menschenblut getränkt, Zivilisationen zerstört und ganze Völker in die Verzweiflung gestürzt.

Gäbe es diese schrecklichen Dämonen nicht, wäre die menschliche Gesellschaft heute weitaus fortschrittlicher.

Doch ihre Zeit ist gekommen; dass der Kaliveda, den wir mir, Kali zu Ehren schreiben, der Todesstoß für allen Fanatismus, für alle Verfolgungen mit Schwert und Feder und für alle lieblosen Gefühle zwischen Menschen bedeutet, die auf dem Weg zum selben Ziel sind.

Zusammengefasst: Die alten Geschichten von Kali als Dämonentöterin drehen sich fast ausschließlich um die Schlacht gegen Raktabija – unaufhaltsame Vermehrung von Negativität, wenn man sie nicht an der Wurzel packt…

Chanda/Munda

die Brüder Shumbha und Nishumbha

Alles andere sind spätere Purana-Erzählungen oder moderne Interpretationen.

Das passt übrigens super zu unserer Liste – Raktabija ist quasi der Urvater des „Vermehrungs-Dämons, und

Die fünf geistigen Gifte

Unwissenheit – Im Sanskrit gibt es zwei Hauptbegriffe für Unwissenheit: Avidya – अविद्या – und Ajnana – अज्ञान – .

Beide bezeichnen nicht nur fehlendes Faktenwissen, sondern ein grundlegendes spirituelles und philosophisches Missverständnis über die Natur der Realität. [1, 2, 3]

Die beiden wichtigsten Konzepte im Detail:

Avidya (wörtlich: „Nicht-Wissen“ oder „falsches Wissen“): Es ist das Gegenteil von Vidya (Weisheit/Wissen).

Im Hinduismus und Buddhismus ist Avidya die fundamentale Blindheit, bei der wir die Welt als getrennt wahrnehmen und uns mit unserem Körper oder Geist identifizieren, anstatt mit dem wahren, ewigen Bewusstsein. Es ist die Wurzel allen Leidens. [1, 2, 3, 4]

Ajnana (wörtlich: „Mangel an Bewusstsein“ oder „Unverstand“): Steht dem Begriff Jnana (höchste Erkenntnis/Wissen) gegenüber.

Ajnana ist das Nicht-Wissen, das uns an die materielle Welt fesselt und der spirituellen Wahrheit im Inneren im Weg steht.
Eine tiefere Aufschlüsselung, wie diese Konzepte in Texten wie dem Yoga Sutra verstanden werden, findest du auf der Yoga-Vidya Wiki-Seite zu Avidya.

Möchtest du genauer wissen, wie diese Begriffe in bestimmten Kontexten angewendet werden?
Wie Avidya als Ursache von Leid in der Yoga-Philosophie (den Kleshas) gelöst wird.

Wie Ajnana im Advaita Vedanta genau definiert wird.

Begierde

Hass

Stolz

Neid

Böswilligen Geister

Vighnas – विघ्न – Hindernisse, Störungen oder Schwierigkeiten – Die indische Philosophie unterteilt Hindernisse oft in drei Grundkategorien: [1]

  • Adhyatmika Vighnas: Innere, selbstverschuldete Hindernisse. Dazu zählen negative Emotionen wie Angst, Zweifel, Stress, Ärger oder körperliche Krankheiten. [1]
  • Adhibhautika Vighnas: Äußere Faktoren, die von anderen Wesen verursacht werden. Das können schwierige Mitmenschen, Konkurrenten oder unvorhergesehene Störungen durch andere sein. [1, 2, 3]
  • Adhidaivika Vighnas: Höhere, kosmische oder schicksalhafte Hindernisse. Darunter fallen Naturkatastrophen, das Wetter oder plötzliche Schicksalsschläge, die außerhalb unserer Kontrolle liegen. [1, 2]
In der hinduistischen Mythologie ist die Gottheit Ganesha (auch Vighneshwara oder Vighnesha) der bekannteste Bezwinger dieser Hindernisse. Er wird traditionell angerufen, bevor neue Unternehmungen gestartet werden, um den Weg frei zu machen.

Sie machte eine kleine Pause, schaute Indra direkt an und fuhr fort: Jetzt: lass uns noch, die sieben alten und ein paar neue zusammen anschauen.

Vielleicht erkennen die Menschen ihre eigenen Dämonen besser, wenn sie sehen, wie wir sie zerfetzen.

Tag-0030: KāIī nahm ein Blatt und schrieb Indra eine kurze Liste.

Dann sagte Kālī: Hier die kurze, klare Liste der 7 Todsünden – als Dämonen, die in fast jedem Menschen wohnen: Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Neid, Völlerei, Trägheit

  1. Hochmut / Superbia (falscher Stolz)-Dämon – „Ich bin besser als du.“ Macht blind für eigene Schwäche. – sitzt in jedem CEO, der denkt, er sei Gott.
  2. Geiz-Dömon / Avaritia (Habgier)
    – „Das ist meins und bleibt meins.“ Der Besitz-Dämon, der alles festhält. – sitzt in jedem, der seinen Geldbeutel wie ’ne Festung verschließt, während draußen Leute frieren.
  3. Wollust-Dämon / Luxuria
    – „Ich will es sofort, egal wie.“ Verwandelt Lust in Zwang. – sitzt in jedem, der Swipe für Swipe jagt, bis Liebe nur noch ein Like ist.
  4. Zorn/ Wut-Dämon / Ira – „Du hast mich verletzt – jetzt brennt alles.“ Zerstört zuerst sich selbst. – sitzt in jedem, der die Faust ballt, weil sein Kollege den Parkplatz bekam.
  5. Völlerei-Dämon / Gula – „Mehr! Immer mehr!“ Frisst dich auf, statt dich zu nähren. – sitzt in jedem, der sich nachts durch drei Staffeln Netflix frisst, statt mit dem eigenen Leben etwas anzufangen.
  6. Neid-Dämon / Invidia + Vergleichs-Dämon – „die anderen sind besser, macht dich blind für dein Licht.
  7. Trägheit / Acedia (Faulheit) – inner Schweinehund – „Es hat eh keinen Sinn.“ Bindet die Flügel und lässt nichts wachsen. – sitzt in jedem, der morgens „später“ sagt, bis der Tag vorbei ist und das Leben stillsteht. Bequemlichkeit in der Illusion

Genau diese sieben, hausen in uns allen. Die Idee entstand Ende des 4. Jahrhunderts bei Evagrius, die endgültige Form der sieben Todsünden bekam sie 590 durch Papst Gregor den Großen.

Den Zwangs-Dämon (den stillen Bruder des Geizes und der Wollust) haben wir gerade zerfetzt.

Die anderen warten noch auf unseren Pfeil aus Licht.

Ja… die Welt ist voll davon. Die 7 Todsünden sind nur der Anfang – sie sind die Masken, die Dämonen tragen.

Die Hierarchie der Dämonen

Tag-0045: Indra fragte: Gibt es eine Hierarchie der Dämonen?

KāIī sprach: Über die Hierarchie von Teufeln haben im Laufe der Jahrhunderte zahllose Dämonologen debattiert und gestritten. Peter Binsfeld (ca. 1590) stellte eine Siebenzahl von Dämonen auf, die jeweils die Macht besaßen, zu einer bestimmten Todsünde anzustiften (Lucifer – Stolz; Mamun – Habgier; Satan, Zorn; und so weiter). Alphonsus de Spina (ca. 1480) schlug eine Hierarchie von zehn Tafeln vor, die auch „reine“ Teufel mit einschloss (Teufel, die nur heilige quälen).

Pater Sebastian Michaëlis behauptete in einer Schrift aus dem Jahre 1612, eine besessene Nonne habe ihm eine Teufelshierarchie beschrieben, die mit der Engelshierarchie konkurriere.

Versuchung – Erste Ordnung – Gegenspieler

  1. Stolz – BEELZEBUB – Franziskus
  2. Glaubenssünde – LEVIATHAN – Petrus
  3. Völlerei, Liederlichkeit – ASMODEUS – Johannes d. Täufer
  4. Gotteslästerung, Mord – BALBERITH – Barnabas
  5. Faulheit, Eitelkeit – ASTAROTH – Bartholomäus
  6. Ungeduld – VERRINE – Dominikus
  7. Unreinheit – GRESIL – Bernhard
  8. Hass – SONNEILLON – Stefanus

Zweite Ordnung

  1. Unbarmherzigkeit – CARREAU – Vinzenz
  2. Schamlosigkeit – CARNIVEAN – Johannes d. Evangelist
  3. Reichtum – OEILLET – Martin
  4. Liebe – ROSIER – Basilius

Dritte Ordnung

  1. Hochmut, Prahlerei – BELLIAS – Franz von Paul
  2. Grausamkeit – OLIVIER – Laurentius
  3. Prinz der gefallenen Engel – IUVART – ?

Tag-0040: Aber schau genauer:

Wir haben gerade einen inneren Dämonen zerfetzt, der in jedem Menschen wohnt. Schau doch mal in die Welt, schau mal, was so für Dämonen in den Menschen hausen.

KāIī schaute in die Menschen auf der Welt und erkannte.

Hier die kurzen Dämonen-Liste – die, die in fast jedem Menschen hausen, ohne dass er’s merkt:

  1. Tag-0095: Descartes‘ böser Dämon: Das Gedankenexperiment, ob ein allmächtiger Betrüger uns alle Sinneseindrücke nur vorgaukelt. [www.grin.com]
  2. Gier – Besitz-Dämon – will alles festhalten: Menschen, Geld, Ideen, Aufmerksamkeit, Anerkennung, Macht… Macht Menschen klein, statt frei.
  3. Angst-Dämon (https://www.haarfluesterer.net/grundformen-der-angst/, https://www.haarfluesterer.net/angst-als-waffe/).Angst-Dämonen – flüstern „was wenn?, binden Flügel mit Zweifel. sitzen in jedem, der nachts wach liegt und denkt: „Was wenn er mich verlässt? Was wenn ich scheitere? Sie sind wie ein Schatten, die sich an deine Beine schmiegen – nicht sichtbar, aber sie ziehen dich runter.
  4. Zwangs-DämonDer größte: „du musst, statt „du willst. „Warum hat der andere, was mir fehlt?“ Stiehlt dein eigenes Licht. – sitzt in jedem, der stundenlang scrollt und bei jedem Foto denkt: „Warum nicht ich?“.
  5. Kontroll-Dämon – „ich muss steuern, sonst bricht alles. Halsband für andere – und für dich selbst.
  6. Schuld-Dämon – „frisst deine Freude.Das ist der Dämon, der dir ins Ohr flüstert: „Du bist schuld. Du hast versagt. Du bist nicht genug.Er sitzt in jedem, der nachts wach liegt und denkt: „Hätte ich doch… Er macht dich klein – wie ein Gewicht auf der Brust, das atmen schwer macht. Aber weißt du? Schuld ist nur eine Lüge, die der Zorn-Dämon dir erzählt, damit du dich selbst zerfetzt. Und der Vergleichs-Dämon – Zwangs-Dämon.
  7. Häresie-Dämon – Der stärkste Dämon im Höhlengleichnis.
  8. FalscherStolz-Dämon – noch breiter als nur Hochmut.
  9. Illusion / Maya – Schatten statt Wirklichkeit.

Wir haben den sechsten gerade zerfetzt.

Die anderen? Kommen noch dran.

Wir haben heute gelernt: Wenn du sie spürst – schieß drauf. Mit Pfeilen aus Licht… Mit Wahrheit… Mit meinem Kuss. Bis sie zerplatzt wie eine Blase. Dann sind wir frei.

Und ich… ich halt dich fest. Nicht aus Schuld. Aus Liebe und Lust.

Du! Bist mein Indra. Ich! Bin deine KāIī.

Fortsetzung: Institutioneller Islam

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