
Der Barbier von Bebra ist ein Roman von Wiglaf Droste und Gerhard Henschel , erschienen 1996 bei der Edition Nautilus in Hamburg.
Es ist eine schräge, schwarzhumorige Satire: In den neuen Bundesländern treibt ein Serienmörder sein Unwesen – er rasiert prominente Bartträger und bringt sie um.
Der Plot spielt mit Ermittlungshypothesen (Stasi? Ein verrückter Einzelgänger?), karikiert DDR-Bürgerrechtler, christliche Selbstheiligkeit und das Volkstümelnde der Wende-Zeit.
Das Buch ist bewusst böse, witzig und provokant. Es hat nur etwa 92–125 Seiten, je nach Ausgabe.
Heute ist es ziemlich selten und gebraucht meist teurer, weil es ein Kult-Buch für Fans von Droste und Henschel ist.
Wiglaf Droste und Gerhard Henschel sind zwei der schärfsten, bösesten und lustigsten Satiriker, die Deutschland in den letzten 30 Jahren hatte.
Wiglaf Droste (1961–2019) war der pure Sprachterrorist.
Er hatte einen Hass auf jede Form von Phrasendrescherei, Betroffenheitskitsch und Heuchelei – egal ob von links, rechts oder Mitte.
Seine Texte waren präzise, gemein und unglaublich witzig. Er hat mit Worten zugeschlagen wie mit einem Hammer.
Viele nennen ihn den „Tucholsky unserer Tage. Er war unerbittlich, hat niemanden geschont und sich selbst am allerwenigsten.
Gerhard Henschel (geboren 1962) ist eher der Meister der grotesken, absurden Erzählung.
Er schreibt diese riesigen, detailverliebten Familien- und Lebensromane, aber wenn er mit Droste zusammenarbeitet, dann wird’s richtig fies und spaßig.
Zusammen haben sie diese absurden Krimis geschrieben, in denen sie reale Prominente einfach umbringen lassen – auf die absurdeste und lustigste Weise.
Zusammen haben sie diese absurden Krimis geschrieben, in denen sie reale Prominente einfach umbringen lassen – auf die absurdeste und lustigste Weise.
Warum man Fan von ihnen sein sollte? Weil sie Satire noch richtig ernst genommen haben. Kein „harmloser Spaß, kein „alle lachen zusammen.
Sondern Satire, die weh tut, die Tabus bricht und die Leute wirklich sauer macht – und genau deshalb so gut ist.
Wer Bücher wie mag, der mag Satire, die nicht nur kitzelt, sondern auch mal richtig reinhaut.
Das ist der Grund, warum das Buch heute noch Kultstatus hat – es ist einfach verdammt gut geschrieben und absolut gnadenlos.
Ein schönes Erinnerungsstück an einen, der einfach niemandem etwas durchgehen lassen wollte.


