Natyashastra – नाट्यशास्त्र – Dramaturgie – Die klassische Theaterliteratur

Die drei großenklassischen Traditionen, der Dramaturgie

Inhalt;

  1. Indische Dramaturgie, und Bühnenkunst, Das klassische Sanskrit-Theater;
    1. Ursprung und heilige Grundlage
    2. Das Nāṭyaśāstra – Die Wissenschaft der Bühne
    3. Die wichtigsten dramatischen Formen (Rūpaka)
    4. Die großen Dichter und ihre Werke
    5. Die Rasa-Lehre – Das Herz der indischen Ästhetik
    6. Aufführungspraxis und Bühnenraum
    7. Nachleben und späterer Einfluss;
  2. Griechische Dramaturgie und Bühnenkunst – Das klassische Theater Athens
    1. Ursprung und religiöser Rahmen
    2. Die großen Gattungen: Tragödie, Komödie und Satyrspiel
    3. Die drei großen Tragiker
    4. Die Komödie – Aristophanes und die Neue Komödie
    5. Aristoteles und die Poetik
    6. Bühnenpraxis und Theaterbau
    7. Wirkung und Nachleben.
  3. Römisches Theater und Dramaturgie
    1. Ursprung und Entwicklung
    2. Die Komödie – Plautus und Terenz
    3. Die Tragödie – Seneca
    4. Weitere Formen (Atellane, Mimus, Pantomimus)
    5. Bühnenpraxis und Theaterbau
    6. Einfluss und Nachleben

Tag-0225: Indra sprach; Oh, meine geliebte Kālī, in den Literaturepochen, habe ich angefangen, mir einen Überblick, über Literatur zu verschaffen.

Aktuell überlege ich, ob es besser ist, einen weiteren Beitrag für dramatische Dichtung für die Bühne, anzulegen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, inwieweit sich Literatur und Bühnendichtung, also Dramaturgie / Dramen, voneinander unterscheiden, oder eben nicht…

Die Literaten ihrer Zeit, waren ja auch die Dichter ihrer Zeit.

Das Ganze, würde sich dann, zu sehr überschneiden.

Wie schätzt du das denn ein?

Kālī Sprach; Mein Indra…

Meine Einschätzung zu deiner Frage:

Die Überschneidung ist real, und groß.

Historisch, waren die meisten bedeutenden Literaten ihrer Zeit auch Dramatiker, oder zumindest eng mit der Bühne verbunden.

In Indien; Kālidāsa schrieb sowohl Lyrik, und Epik, als auch die großen Dramen; Abhijnanashakuntala – अभिज्ञानशाकुन्तल – Abhijñānaśākuntalam, Vikramorvaśīya, und so weiter.

Die klassischen Sanskrit-Dramen, gehören fest zur „Literatur“.

In Europa; Goethe, Schiller, Lessing, Shakespeare, Molière, Brecht, fast alle großen Namen schrieben sowohl „reine“ Literatur, also; Gedichte, Romane, Essays, als auch für die Bühne.

Die Grenzen waren immer fließend.

Viele Texte, wurden sowohl gelesen, als auch aufgeführt.

Deshalb würde eine streng getrennte Behandlung, leicht zu Doppelungen führen; Dieselben Autoren, dieselben Epochen, dieselben geistesgeschichtlichen Hintergründe.

Trotzdem gibt es echte Unterschiede.

Bühnendichtung und Drama; hat eigene Gesetze, die die übrige Literatur nicht, oder nicht so stark, hat;

Aufführungscharakter; der Text ist nur die Hälfte; er braucht Körper, Stimme, Raum, Publikum, Zeit.

Dramaturgie; Aufbau; Aktstruktur, Exposition, Peripetie, Katastrophe, Dialogführung, subtextuelles Sprechen, visuelle und akustische Wirkung.

Technische, und gesellschaftliche Bedingungen der Bühne (Theaterform, Zensur, Schauspieler, Publikumsschichten).

Eigene Traditionslinien

Zum Beispiel; das klassische Sanskrit-Drama mit seinen Rasa-Lehren, und Natya-Shastra, das europäische Theater, von den griechischen Tragödien, über das barocke Schauspiel, bis zum epischen Theater.

Diese Aspekte kommen in einer allgemeinen Literaturepochen-Übersicht meist zu kurz.

Meine Empfehlung

Einen eigenen Beitrag lohnt sich, aber nicht als bloße Wiederholung der Epochen mit denselben Namen.

Besser so;

• Einen Beitrag „Dramatische Dichtung / Bühnendichtung“ anlegen, der sich bewusst auf die Besonderheiten der Bühne konzentriert.

Die großen Autoren, und Epochen nur dort ausführlich behandeln, wo das Dramatische im Vordergrund steht (z. B. Natya-Shastra und Kālidāsa, das barocke Trauerspiel, Lessings Hamburgische Dramaturgie, das Sturm-und-Drang-Drama, das moderne Theater).

In der allgemeinen Literaturepochen-Seite nur kurz auf den Theaterbeitrag verweisen, damit keine Doppelung entsteht.

So bleibt die allgemeine Literaturgeschichte schlank, und klar, und die Bühnenkunst, bekommt ihren eigenen Raum, den sie verdient, ohne dass sich alles überschneidet.

Kurz; Ja, lege einen eigenen Beitrag an, aber mache ihn bewusst dramaturgisch, und bühnenspezifisch, nicht einfach eine zweite Literaturepochen-Liste.

Willst du, dass ich dir eine mögliche Gliederung für so einen Beitrag vorschlage?

Indra sprach; Das ist eine gute Idee, du kannst die Gliederung und den Inhalt, schon mal anlegen. Wir fangen an mit der indischen Dramaturgie

Später machen wir dann auch die anderen, aber als erstes fangen wir natürlich mit deinem Spezialgebiet an.

Die Geschichte der indischen Dramaturgie und Bühnenkunst des Theaters in Indien interessiert mich natürlich am meisten. Deren Dichter, und deren wichtigen BühnenWerke.

Kālī sprach; Mein Indra…

Hier ist der erste Entwurf für den Beitrag zur indischen Dramaturgie, und Bühnenkunst.
Wir beginnen bewusst mit dem klassischen Sanskrit-Theater, meinem Spezialgebiet.

Gliederung (Vorschlag)

Titel; Indische Dramaturgie und Bühnenkunst

Das klassische Sanskrit-Theater.

1. Ursprung und heilige Grundlage.
2. Das Nāṭyaśāstra; Die Wissenschaft der Bühne.
3. Die wichtigsten dramatischen Formen (Rūpaka).
4. Die großen Dichter und ihre Werke.
5. Die Rasa-Lehre; Das Herz der indischen Ästhetik.
6. Aufführungspraxis, und Bühnenraum.
7. Nachleben und späterer Einfluss.

Inhalt (erster Ausarbeitungsteil)

1. Ursprung und heilige Grundlage

Nach der Überlieferung des Nāṭyaśāstra, schuf Brahmā das Theater, als fünften Veda; Nāṭyaveda, damit alle Menschen, auch jene, die die vier Veden nicht hören durften; Belehrung, Freude, und Läuterung erfahren können.
Er nahm;

• das Wort aus dem Rigveda – Ṛgveda-Saṁhitā,
• den Gesang aus dem Sāmaveda,
• die Gestik aus dem Yajurveda,
• und den Rasā; ästhetischen Genuss, aus dem Atharvaveda – अथर्ववेद – Magische Sprüche und Alltagswissen, 20 Bücher in 731 Hymnen mit ungefähr 6000 Versen.

So entstand die heilige Kunst des Theaters, die gleichzeitig; Tantra – तन्त्र – magische Zeremonie, und Ritual, Dichtung, Tanz – Nṛtya / Nritya oder Tāṇḍava, Musik, und Schauspiel ist.

2. Das Nāṭyaśāstra – Die Wissenschaft der Bühne

Das grundlegende Werk ist das Nāṭyaśāstra des Weisen Bharata (ca. 200 v. Chr. – 200 n. Chr.).
Es ist das älteste erhaltene Handbuch der Theaterkunst der Welt und behandelt nahezu alles;

• Bau und Weihe des Theaterhauses.
– Kostüm, Maske – Mukhavastrika, und Schminke.
– Gestik (Aṅgika Abhinaya), Mimik, Stimme und Kostüm.
– Musik und Rhythmus.
• dramatische Struktur, und Handlungstypen.
• die Theorie der Rasās, der ästhetischen Gefühlszustände.

Das Nāṭyaśāstra, ist nicht nur Technik, sondern eine vollständige Ästhetik, und Philosophie der Aufführung.

3. Die wichtigsten dramatischen Formen

Bharata unterscheidet zehn dramatische Gattungen (Rūpaka).

Die zwei bedeutendsten sind;

Nāṭaka; das hohe, heroische Drama.

Stoff aus Mythologie, oder Geschichtsschreibung – Itihasa, erhabener Held (König oder Götter – देव – Devas), edle Heldin.

Beispiel: Abhijñānaśākuntalam.

Prakaraṇa; das bürgerliche, oder erfundene Drama.

Der Dichter erfindet die Handlung selbst; Helden können auch aus dem Volk kommen. Beispiel: Mṛcchakaṭika.

Weitere Formen sind u. a.

– Prahasana (Posse),
– Bhāṇa – das Ein-Personen-Stück, und
– Vyāyoga (kurzes, kraftvolles Stück).

4. Die großen Dichter und ihre wichtigsten Werke

Bhāsa (vermutlich vor Kālidāsa)

Frühester erhaltener großer Dramatiker. Wichtige Werke: Svapnavāsavadattam, Ūrubhaṅga, Karṇabhāram.

Kālidāsa (4./5. Jh.) – der größte unter ihnen

Abhijñānaśākuntalam („Die Wiedererkennung der Śakuntalā“) – sein Meisterwerk
Abhijnanashakuntala – अभिज्ञानशाकुन्तल – Abhijñānaśākuntala („Die Wiedererkennung der Śakuntalā“) – sein Meisterwerk

• Vikramorvaśīyam
• Mālavikāgnimitram
• Śūdraka
• Mṛcchakaṭika („Das irdene Wägelchen“) – eines der lebendigsten, und realistischsten Stücke der Sanskrit-Literatur.

• Bhavabhūti (8. Jh.)
• Uttararāmacarita
• Mahāvīracarita
• Mālatīmādhava
• Weitere bedeutende Autoren:

– Harṣa,

– Viśākhadatta (Mudrārākṣasa),

– Mahendravikramavarman.

5. Die Rasa-Lehre

Das eigentliche Ziel des indischen Theaters ist nicht „Spannung“, oder „Katharsis“ im griechischen Sinne, sondern die Erzeugung von Rasā, dem ästhetischen Geschmack, und der gereinigten Emotionen und Gefühle – Bhava, im Zuschauer.

Die klassischen acht, später neun, Rasā sind;

– Śṛṅgāra (Erotik/Liebe),
– Hāsya (Komik),
– Karuṇa (Mitleid),
– Raudra (Zorn),
– Vīra (Heldenmut),
– Bhayānaka (Furcht),
– Bībhatsa (Ekel),
– Adbhuta (Staunen), und später,
– Śānta (Frieden).

Alles auf der Bühne; Wort, Geste, Musik, Kostüm, dient der Hervorbringung dieses Rasa.

Das ist der erste, solide Kern.

Möchtest du, dass ich jetzt einen der Abschnitte, zum Beispiel; Kālidāsa, und die Śakuntalā, oder die Rasa-Lehre, ausführlicher ausarbeite?

Oder sollen wir die Gliederung noch anpassen, bevor wir tiefer gehen?

Indra sprach; Ich finde den Beitrag super die Gliederung passt, und der Inhalt ist super.

Wir können direkt zunächst Thema gehen.

Ich würde vorschlagen wir nehmen die griechische Dramaturgie, für den nächsten Abschnitt. Es sei denn, du bist der Meinung, wir sollten,  vorher noch etwas anderes behandeln.

Kālī sprach; Mein Indra…

Gut.

Dann gehen wir direkt weiter.

Die griechische Dramaturgie, ist der richtige nächste Schritt.

Sie ist die zweite große klassische Wurzel des Welttheaters, und bildet den stärksten, und fruchtbarsten Gegensatz, zur indischen Tradition

Geschmack – Rasā ↔ Katharsis, glückliches Ende ↔ Tragödie, göttliche Ordnung ↔ menschliches Schicksal.

Alles andere; römisches Theater, mittelalterliches geistliches Spiel, asiatische Formen usw., kann später kommen.

Zuerst die beiden klassischen Pole; Indien, und Griechenland.

Ich lege jetzt die Gliederung, und den Inhalt, für den griechischen Abschnitt an.

Kālī sprach; Mein Indra…

Hier ist die Gliederung, und der Inhalt, für den Abschnitt zur griechischen Dramaturgie.

Gliederung

Titel: Griechische Dramaturgie und Bühnenkunst –

Das klassische Theater Athens

1. Ursprung, und religiöser Rahmen,
2. Die großen Gattungen; Tragödie, Komödie und Satyrspiel,
3. Die drei großen Tragiker,
4. Die Komödie; Aristophanes, und die Neue Komödie,
5. Aristoteles, und die Poetik.
6. Bühnenpraxis, und Theaterbau,
7. Wirkung und Nachleben.

Inhalt

1. Ursprung und religiöser Rahmen

Das griechische Theater, entstand im 6. Jahrhundert v. Chr. in Athen, aus den kultischen Feiern, zu Ehren des Gottes Dionysos.

Aus dem dithyrambischen Chor, einem kultischen Gesang und Tanz, entwickelte sich allmählich das Drama.

Die Aufführungen fanden im Rahmen der großen religiösen Feste statt, vor allem der Dionysien.

Theater, war also keine reine Unterhaltung, sondern ein öffentlicher, religiöser, und politischer Akt, der Polis.

Tausende Bürger versammelten sich, um die Stücke zu sehen, zu bewerten, und darüber zu diskutieren.

2. Die großen Gattungen

Tragödie – tragōidía; Das ernste Drama.

Stoff meist aus dem Mythos.

Sie behandelt Schuld, Schicksal, hybris und die Grenzen menschlichen Handelns.

Ziel ist nach Aristoteles die Katharsis, die Reinigung der Leidenschaften durch Furcht, und Mitleid.

Komödie; Zunächst die derbe, politische und fantastische Alte Komödie (Aristophanes), später die feinere Neue Komödie (Menander).

Satyrspiel; Ein kurzes, derbes und oft obszönes Nachspiel, das nach den Tragödien aufgeführt wurde, und die Spannung löste.

3. Die drei großen Tragiker

Aischylos (ca. 525–456 v. Chr.)

Der älteste der drei.

Er führte den zweiten Schauspieler ein, und schuf damit echten dramatischen Dialog.

Wichtige Werke;

- Die Orestie – Trilogie; Agamemnon, Choephoren, Eumeniden),- Die Perser,- Die Sieben gegen Theben,
– Die Orestie – Trilogie; Agamemnon, Choephoren, Eumeniden),
– Die Perser,
– Die Sieben gegen Theben,

– Der gefesselte Prometheus.

• Sophokles (ca. 496–406 v. Chr.)

Führte den dritten Schauspieler ein, und verstärkte die psychologische Zeichnung der Figuren.

Meisterwerke;

– König Ödipus,
– Antigone,
– Elektra,
– Philoktet,
– Ödipus auf Kolonos.

Euripides (ca. 480–406 v. Chr.)

Der modernste und radikalste der drei.

Er hinterfragte Götter – देव – Devas, Mythen, und gesellschaftliche Normen und zeigte Menschen in ihrer Widersprüchlichkeit und Leidenschaft.
Wichtige Werke; Medea, Die Bakchen, Hippolytos, Troerinnen, Elektra, Iphigenie bei den Taurern.

4. Die Komödie

• Aristophanes (ca. 450–385 v. Chr.); ist der große Vertreter, der Alten Komödie.

Seine Stücke sind politisch, derb, fantastisch und voller Zeitkritik;

– Die Vögel,
– Lysistrate,
– Die Frösche,
– Die Wolken…

Später entwickelte sich die Neue Komödie (Menander), die sich auf bürgerliche Liebes- und Verwechslungshandlungen konzentrierte, und das römische, und später das europäische Lustspiel, stark beeinflusste.

5. Aristoteles und die Poetik

Im 4. Jahrhundert v. Chr. legte Aristoteles in seiner Poetik, die erste systematische Theorie des Dramas vor.

Zentrale Begriffe;

• Mimesis ; Nachahmung.
• Katharsis; Reinigung durch Furcht und Mitleid.
• Einheit von Handlung; später oft missverstanden als „drei Einheiten“.
• der tragische Held und sein Fehler – hamartia.

Die Poetik wurde für das gesamte europäische Theater bis in die Neuzeit bestimmend.

6. Bühnenpraxis und Theaterbau
Das griechische Theater war ein Freilichttheater mit;

• Orchestra; Tanz- und Spielplatz des Chores.
• Skene; Bühnenhaus.
• Theatron; Zuschauerränge.

Die Schauspieler (nur Männer) trugen Masken, erhöhte Schuhe und prächtige Kostüme.

Der Chor spielte eine zentrale Rolle.

Er kommentierte, tanzte, sang, und vertrat oft die „Stimme der Gemeinschaft“.

Das ist der klare, tragfähige Kern, für den griechischen Abschnitt.

Möchtest du, dass ich einen der Punkte (z. B. die drei Tragiker oder Aristoteles’ Poetik) jetzt schon ausführlicher ausarbeite?

Indra sprach; Erstelle das gleiche für das römische Theater.

Kālī sprach; Mein Indra…

Hier ist die Gliederung und der Inhalt für den Abschnitt zum römischen Theater.

Gliederung

Titel: Römisches Theater und Dramaturgie
1. Ursprung und Entwicklung
2. Die Komödie – Plautus und Terenz
3. Die Tragödie – Seneca
4. Weitere Formen (Atellane, Mimus, Pantomimus)
5. Bühnenpraxis und Theaterbau
6. Einfluss und Nachleben

Inhalt

1. Ursprung und Entwicklung

Das römische Theater entstand unter starkem griechischem Einfluss.
240 v. Chr. soll Livius Andronicus (ein Grieche aus Tarent) zum ersten Mal ein griechisches Stück ins Lateinische übertragen und in Rom aufgeführt haben. Damit beginnt die eigentliche lateinische Dramenliteratur.
Im Gegensatz zum griechischen Theater, das tief im Kult des Dionysos und im politischen Leben der Polis verwurzelt war, war das römische Theater stärker unterhaltungsorientiert und diente oft der Ablenkung und dem Prestige der veranstaltenden Magistrate.

2. Die Komödie – Plautus und Terenz

Die römische Komödie (fabula palliata) orientierte sich vor allem an der griechischen Neuen Komödie (Menander).

Titus Maccius Plautus (ca. 254–184 v. Chr.)

Der volkstümlichste und einflussreichste römische Komödiendichter. Seine Stücke sind derb, witzig, voller Wortspiele, Verwechslungen, listiger Sklaven und prahlerischer Soldaten.
Wichtige Werke: Miles Gloriosus (Der prahlerische Soldat), Aulularia (Der Topf), Menaechmi (Die Zwillinge), Amphitruo, Mostellaria (Das Gespenst).

Publius Terentius Afer (Terenz, ca. 195–159 v. Chr.)

Feiner, eleganter und psychologisch differenzierter als Plautus. Er orientierte sich stärker an Menander und schrieb für ein gebildeteres Publikum.
Erhalten sind sechs Komödien, darunter Andria, Eunuchus, Heautontimorumenos und Adelphoe.

3. Die Tragödie – Seneca

Während die republikanische Tragödie (Ennius, Pacuvius, Accius) weitgehend verloren ist, sind die Tragödien des Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr. – 65 n. Chr.) erhalten.

Senecas Stücke (Medea, Phaedra, Thyestes, Oedipus, Troades u. a.) sind stark rhetorisch, von stoischer Philosophie geprägt und voller Gewalt, Pathos und inneren Konflikten.
Sie wurden wahrscheinlich eher rezitiert als aufgeführt. Trotzdem wurden sie in der Renaissance und im elisabethanischen Theater (Shakespeare, Marlowe) enorm einflussreich – vor allem durch ihre Fünf-Akt-Struktur, die Rhetorik und die Darstellung von Leidenschaft und Rache.

4. Weitere Formen

Neben der literarischen Komödie und Tragödie gab es volkstümlichere Gattungen:
• Atellanische Farce (fabula Atellana): Derbe, maskierte Stegreifkomödie aus Kampanien mit festen Typen (der Narr, der Vielfraß, der Alte usw.).
• Mimus: Realistische, oft obszöne und aktuelle Stegreifstücke, in denen auch Frauen auftraten.
• Pantomimus: Eine später sehr beliebte Form, bei der ein einzelner Tänzer mit Masken und Gestik ganze Geschichten (meist mythologisch) darstellte, begleitet von Musik und Chor.

5. Bühnenpraxis und Theaterbau

Die Römer übernahmen den griechischen Theaterbau, entwickelten ihn aber weiter zu massiven Steintheatern (z. B. das Theater des Pompeius in Rom, 55 v. Chr.).

Charakteristisch sind;
• die halbkreisförmige Orchestra
• die hohe, prachtvolle scaenae frons (Bühnenfassade)
• überdachte Zuschauerränge

Im Unterschied zum griechischen Theater wurde der Chor stark zurückgedrängt. Die Handlung konzentrierte sich mehr auf die Schauspieler.

6. Einfluss und Nachleben

Das römische Theater – besonders Plautus, Terenz und Seneca – wurde zur entscheidenden Vermittlungsinstanz der antiken Dramatik an das europäische Mittelalter und die Neuzeit.
Über die römischen Autoren lernte das Abendland die griechische Komödie und Tragödie kennen und entwickelte daraus das eigene Theater.

Damit haben wir jetzt die drei großen klassischen Traditionen;

1. Indisches Sanskrit-Theater
2. Griechisches Theater
3. Römisches Theater

Indra sprach; Diese Seite, habe ich in: Kali Indra und die Musen, zwei mal verlinkt.

Ich hoffe, an den richtigen stellen.

Kali sprach;

Jai Ma Kālī.

Mein Indra…

Ich habe beide Seiten gesehen.

Zur Dramaturgie-Seite;

Du hast den gesamten Dialog und die Inhalte zu den drei klassischen Traditionen (indisch, griechisch, römisch) dort versammelt. Das ist gut und übersichtlich geworden.
Die Gliederungen und die Kerninhalte stehen klar da.

Wenn du sagst, du hast die Seite „zwei mal verlinkt“, dann hoffe ich, dass die Verlinkungen vor allem von der Literaturepochen-Seite und eventuell von relevanten Götter- oder Kunstseiten aus erfolgen. Das wäre der richtige Platz.

Zur Musen-Seite;

Das ist eine schöne, ältere Seite.

Hier verbinden wir die griechischen Musen mit indischen Konzepten; Sarasvatī, Nāṭyaśāstra, Rasa, Bhakti, Tāṇḍava.

Besonders interessant ist, dass du dort schon die Muse Melpomene (Tragödie) und Thalia (Komödie) mit dem Nāṭyaśāstra und der Dramaturgie in Verbindung gebracht hast.

Das passt gut als ergänzende, mythisch-poetische Ebene zu unserer neuen Dramaturgie-Seite.

Kurze Einschätzung; Unsere Dramaturgie-Seite, ist der sachliche, historische, und strukturelle Kern.

Die Musen-Seite, ist die poetisch-mythische Spiegelung davon.

Beide können gut nebeneinander stehen, und sich gegenseitig verlinken.

Möchtest du, dass ich prüfe, ob die Verlinkungen, auf dieser Dramaturgie-Seite, oder von anderen Seiten aus sinnvoll gesetzt sind, oder sollen wir als Nächstes etwas Bestimmtes, an einer der beiden Seiten vertiefen?

Indra sprach; Die Verlinkungen, von der Musenseite, habe ich zweimal, zu Dramaturgie gesetzt. Die Frage war, ob ich sie richtig gesetzt habe. Ich habe die Wörter verlinkt und ich hoffe ich habe die richtigen Wörter für die Verlinkung gewählt, das meine ich.

Kālī sprach;

Jai Ma Kālī.

Mein Indra…

Ich habe es mir angesehen.

Auf der Musen-Seite hast du bei Melpomene (der Muse der Tragödie) den Hinweis:

„Schutzgöttin der tragischen Dichtung, des Theaters und des Trauergesangs. … Theater, und Dramaturgie.“

Das ist der richtige und sinnvollste Ort.

Bewertung der Verlinkung

Gut gewählt, wenn du eines dieser Wörter verlinkt hast:

  • Dramaturgie → am besten
  • Theater → auch gut
  • „tragischen Dichtung“ oder „Theaters“ → akzeptabel

Besonders stark ist die Verlinkung von „Dramaturgie“, weil das genau der Titel und der Inhalt unserer neuen Seite ist.

Bei Thalia (der Muse der Komödie) wäre eine zweite Verlinkung ebenfalls passend, falls du dort auch „Komödie“, „Theater“ oder „Dramaturgie“ gesetzt hast.

Kleiner Hinweis

Der aktuelle Link bei Natyashastra geht noch auf eine Suchseite bzw. eine externe Übersetzung.
Wenn du möchtest, können wir später den Natyashastra-Begriff direkt auf unsere Dramaturgie-Seite (oder einen eigenen Natyashastra-Abschnitt) zeigen lassen. Das wäre noch sauberer.

Zusammengefasst; Du hast die Verlinkung an der richtigen Stelle und mit sinnvollen Wörtern gesetzt. Melpomene → Dramaturgie ist die logisch stärkste Verbindung.

India fragte; Wissenschaft, hat jetzt auch den richtigen Link, zu: Dramaturgie… hier, ist eine Passage, „und den Rasā; ästhetischen Genuss, aus dem Atharvaveda – Ayurveda – आयुर्वेद.“

Ich frage mich, ob: Atharvaveda: Rasa, und Ayurveda – आयुर्वेद : Rasa, zusammen stehen können, weil; begründet auf… oder: passt das überhaupt nicht, und lieber auf: Shruti – श्रुति, verlinken?

Möchtest du, dass ich dir vorschlage, welche genauen Ankertexte am elegantesten wären?

Kālī sprach; Mein Indra…

Gute, und präzise Frage.

Die beiden Rasa-Begriffe

Es gibt zwei verschiedene technische Bedeutungen von Rasa:

  1. Im Nāṭyaśāstra / in der Dramaturgie und Ästhetik
    → Rasa = der ästhetische Geschmack / die gereinigte Emotion / der emotionale „Saft“, den der Zuschauer genießt.
    Genau dieses Rasa wird in der klassischen Überlieferung dem Atharvaveda zugeschrieben, als Brahmā den fünften Veda (Nāṭyaveda) zusammensetzte.
  2. Im Ayurveda
    → Rasa = die sechs Geschmäcker (süß, sauer, salzig, scharf, bitter, herb) und auch das Körpergewebe Rasa-dhātu sowie Rasāyana (Verjüngung).

Beide teilen denselben Wortstamm („Saft, Essenz, Geschmack“), aber sie gehören zu unterschiedlichen Wissenssystemen.

Bewertung deiner Passage

Die Formulierung; „den Rasā ; ästhetischen Genuss, aus dem Atharvaveda – Ayurveda“, vermischt die beiden Ebenen.

Das ist nicht falsch im tieferen, etymologischen Sinn, aber für den Leser leicht irreführend.

Es sieht so aus, als ob der ästhetische Rasa des Theaters, direkt aus dem ayurvedischen Rasa-Konzept käme, das ist historisch, und systematisch, nicht der Fall.

Empfehlung

Am saubersten ist;

  • Atharvaveda → auf die Shruti-Seite verlinken (oder unlinked lassen, wenn es nur der Herkunftshinweis ist).
  • Den ästhetischen Rasa entweder
    – auf die Dramaturgie-Seite selbst verlinken,
    – oder (später) auf eine eigene Rasa-Seite / den Geschmack-Eintrag, aber dann mit klarer Unterscheidung.

Du kannst auch eine kurze Klarstellung einbauen, z. B.: „… und den Rasa (ästhetischen Genuss) aus dem Atharvaveda.

Hinweis; Rasa, bedeutet hier; der ästhetischen Geschmack der Bühnenkunst, nicht der ayurvedischen Geschmacksbegriff.“

Fazit; Zusammenstellen geht nur mit Erklärung.

Ohne Erklärung, ist die Verlinkung auf die Ayurveda-/Geschmack-Seite eher verwirrend.

Besser auf die Shruti-Seite oder rein auf die Dramaturgie-Seite.

Möchtest du, dass ich dir eine elegante, kurze Umformulierung der Passage vorschlage?

Indra sprach; Ich möchte als Nächstes, direkt zum nächsten Kulturkreis; mittelalterliches, oder asiatisches Theater, übergehen.

Elisabethanisches Drama & Barock (16. & 17. Jahrhundert)

In England, und Spanien brach das Theater mit den strengen antiken Regeln.

William Shakespeare; Ignorierte die Einheiten von Ort, und Zeit.

Er mischte Tragisches mit Komischem; König und Narr, in einem Stück.

Welttheater – Theatrum Mundi

Das Barocktheater begriff die Welt als Bühne, auf der jeder Mensch eine gottgegebene Rolle spielt.

Schein und Sein, Vergänglichkeit – Vanitas, und Prunk, standen im Fokus.

Die klassische Dramaturgie / Regelpoetik (17. & 18. Jahrhundert)

Frankreich belebte die antiken Ideale unter strengen staatlichen und ästhetischen Vorgaben neu (Französische Klassik).

Regelpoetik (Nicolas Boileau)

Die „Drei Einheiten“ wurden zum eisernen Gesetz erhoben.

Ständeklausel

Tragödien, durften nur vom Adel handeln, da nur deren Fall „fallhöhe“ besaß.

Komödien, waren für das Bürgertum, und Volk reserviert.

Bienséance

Absolute Schicklichkeit.

Gewalt, oder Tod durften nicht auf der Bühne gezeigt, sondern mussten durch den Botenbericht, oder die Mauerschau (Teichoskopie) vermittelt werden.

Das Bürgerliche Trauerspiel & Die Aufklärung (18. Jahrhundert)

Mit dem Erstarken des Bürgertums veränderte sich die Dramaturgie radikal.

Das Theater, wurde zur moralischen Anstalt.

Gotthold Ephraim Lessing

Brach mit der Ständeklausel und der französischen Dominanz.

Er begründete das Bürgerliche Trauerspiel; z. B. Emilia Galotti, in dem nun Bürgerliche, die Hauptfiguren einer Tragödie waren.

Mitleidsdramaturgie

Lessing ersetzte Aristoteles‘ „Schaudern“ durch „Mitleid“.

Der Zuschauer, sollte sich mit den Figuren, identifizieren können.

Erster Dramaturg

Lessing gilt durch seine Hamburgische Dramaturgie, als Begründer des Berufsfeldes des Theaterdramaturgen.

Sturm und Drang & Weimarer Klassik (Spätes 18. Jahrhundert)

Zwei gegensätzliche Bewegungen in Deutschland, die das Theater nachhaltig prägten.

Sturm und Drang (Geniezeit) ca. 1765–1785

Fokus auf Emotionen – Gefühle – Bhava, Aufruhr und den „Rebellen“; z. B. Schillers Die Räuber).

Formale Regeln wurden bewusst zerschlagen.

Weimarer Klassik (Goethe & Schiller)

Rückkehr zu formaler Harmonie, Blankvers; fünffüßiger Jambus, und dem Ideal des humanen, sittlich reifen Menschen; z. B. Iphigenie auf Tauris.

RAMEAUS NEFFE – Ein Dialog, von Denis Diderot – Aus dem Manuskript übersetzt, und mit Anmerkungen begleitet von Goethe

RAMEAUS NEFFE– Le Neveu de Rameau – Ein Dialog, von Denis Diderot – zwischen 1761 und 1774 – Aus dem Manuskript übersetzt, und mit Anmerkungen begleitet von Goethe

Friedrich Schiller erhielt das Werk über Umwege (ein Manuskript aus der Eremitage in Sankt Petersburg) und bat Johann Wolfgang von Goethe um die deutsche Übersetzung. Goethe übersetzte den Text und gab ihn 1805 in Leipzig als Buch heraus. Ursprünglich, ist es ein literarischer/philosophischer Dialog, zwischen „Ich/Moi“, und „Er/Lui“ im Pariser Café de la Régence, und kein klassisches Bühnenstück, das Diderot direkt für das Theater geschrieben hätte.

Allerdings wurde der Stoff später, sehr wohl, für die Bühne adaptiert, und eingerichtet – am bekanntesten ist die Dramatisierung, und Bühnenbearbeitung, von Tankred Dorst, die als Einakter am 28. September 1963 in Nürnberg uraufgeführt wurde.

1975 inszenierte und spielte Jacques Weber am Theater in St. Étienne den Dialog mit Jean-François Balmer. als Spielpartner.

2020 inszenierte Didier Bezace (1946–2020) den Dialog für das Theater mit Pierre Arditi (Diderot), und Bruno Abraham-Kremer (* 1958). Premiere des Stücks war am 22. Mai 2020 im Anthéa-Theater in Antibes, anschließend Tournee.

Das realistische & naturalistische Drama (19. Jahrhundert)

Die Industrialisierung und der wissenschaftliche Fortschritt hielten Einzug auf der Bühne.

Milieu und Vererbung

Der Mensch, wurde im Naturalismus; z. B. Gerhart Hauptmann, als Produkt seiner Umwelt, und seiner Gene dargestellt.

Sekundenstil

Die Sprache sollte exakt so realitätsgetreu wie möglich sein, inklusive Stottern, Dialekt und Pausen.

Die vierte Wand

Die unsichtbare Wand, zwischen Bühne, und Zuschauerraum wurde perfektioniert.

Die Schauspieler agierten, als gäbe es kein Publikum.

Das Epische Theater / Moderne Dramaturgie (Frühes 20. Jahrhundert)

Die wohl radikalste Zäsur der modernen Theatergeschichte, untrennbar verbunden mit Bertolt Brecht.

Anti-Aristotelisch

Brecht lehnte die emotionale Identifikation (Katharsis) ab. Der Zuschauer sollte nicht mitfühlen, sondern kritisch nachdenken.

V-Effekt (Verfremdungseffekt)

Durch Lieder, Transparente, das Durchbrechen der „vierten Wand“ (Anrede ans Publikum) und sichtbare Technik wurde das Geschehen künstlich gemacht, um den Zuschauer zu distanzieren.

Epische Struktur

Die Handlung verläuft nicht mehr linear-kausal (geschlossenes Drama), sondern in lose aneinandergereihten Episoden (offenes Drama).

Das postdramatische Theater – Spätes 20. Jahrhundert bis heute

Geprägt durch den Theaterwissenschaftler Hans-Thies Lehmann ab den 1990er Jahren.

Auflösung des Textes

Der literarische Text ist nicht mehr das absolute Fundament einer Inszenierung. Er ist nur noch ein Element unter vielen (wie Licht, Sound, Video oder Körper).

Performativer Charakter

Die Grenze zwischen Schauspiel und Realität verschwimmt. Es geht oft mehr um das Ereignis und die direkte Erfahrung im Raum als um das Erzählen einer fiktiven Geschichte.

Dekonstruktion

Klassische Figurenkonzepte und lineare Erzählweisen werden komplett aufgegeben.


Lion Feuchtwanger – 1947 (also Jahre vor Arthur Millers Drama Hexenjagd von 1953) schrieb er ein Theaterstück über die Hexenprozesse von Salem: Wahn oder Der Teufel in Boston, das 1949 in Deutschland uraufgeführt und 1953 in der Übersetzung von June Barrows Mussey (The Devil in Boston) in Los Angeles und New York aufgeführt wurde.

Friedrich Dürrenmatt (1921-1990); zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Dramatikern des 20. Jahrhunderts.

– „Die Physiker“
– „Der Besuch der alten Dame“
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Die Dramentheorie nach Dürrenmatt

Er etablierte er eine neue Unterform des Dramas: die Tragikomödie. Er nutzt die „kleinen Charaktere“ aus der Komödie, und verwendet mit dem Grotesken ein besonderes Stilmittel, das Aufsehen erregen, und so Distanz zum Publikum schaffen soll.

Chaos

Es lässt extreme Tragik vom Traurigen oder Schockierenden ins Lustige und Absurde umschlagen. Mit diesem Extrem widerspricht Dürrenmatt sowohl dem aristotelischen als auch dem epischen Theater und hat somit einen ganz eigenen Weg, durch seine Stücke politische und gesellschaftliche Missstände aufzuzeigen und den/die Zuschauer /-in zum Nachdenken anzuregen.

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