Im Rausch der Wüstenlilie – Agave

Blaue Agave
Blaue Agave

«…Tag-0029; Der heiße Wind des Schlachtfeldes fegte durch den Tempel, trocken und schwer von der Glut des Tages.

Indra sprach; Fragen, kost ja nix… Aber dass es gleich sone große wird, hätt ig nich jedacht.

Das is ab jetzt, unsere größte Wüsten-Lilie.

Die „Schwarze“ Kālī – काली ; grinste, kam ein bisschen näher und sprach; Das ist aber eine schöne große Agave.

Die können wir, zu unseren Aloe Vera Pflanzen stellen, und vielleicht machen wir mal Tequila daraus.

Kālīs Laune, war eine Mischung, aus ungezähmtem Spieltrieb, und tiefer, urzeitlicher Sehnsucht.

Die Schichten ihrer Erinnerungen, verwoben sich mit dem uralten mesoamerikanischen Mythos, der Göttin Mayahuel, die von Dämonen zerstückelt wurde, und deren Knochen zur ersten Agave wurden.

Vor Kālī und Indra, stand sie nun; ihre größte Wüsten-Lilie, die Blaue Agave, die Indra von seiner Reise mitgebracht hatte.

Ihre scharf gezahnten, leicht bläulichen Blätter, ragten wie Lanzen, in den Himmel.

Sie brach die weichen Linien ihres Gartens, mit einer kompromisslosen, fast feindseligen Schönheit.

Sie erinnerte Kālī, an ihr Schlachtfeld.

Sie erinnerte sie, an sich selbst.

Kālī trat näher, ihre nackten Füße spürten die heiße Erde.

Sie ließ ihre Finger über die messerscharfen Dornen gleiten, ohne zu bluten.

Ihr Grinsen, spiegelte sich, im bläulichen Wachs ihrer Haut.

Kali sprach; Bei ihr, zieht sich jeder Dämon wimmernd zurück.

Diese Pflanze braucht keine Worte, sie hat Waffen.

„Sie ist sehr zäh, Indra“, sie trinkt kaum, sie verlangt nichts, sie übersteht jede Dürre.

Sie wartet.

Jahrelang.

Und weißt du, worauf sie wartet, flüsterte Kālī?“

Kālī trat so nah an Indra heran, dass er das Feuer ihrer Haut spüren konnte, und sprach; „Sie wartet auf den einen, gewaltigen Moment.

Nach etwa 7 bis 15 Jahren, Wenn die Zeit reif ist, treibt sie einen Blütenschaft aus ihrer Mitte.

Ein bis zu 10 Meter hoher Blütenstamm, voller gelber Blüten.

Nach dieser einmaligen Blüte, stirbt die Mutterpflanze ab.

Ein einziger, berauschender Schrei der Ekstase.

Sie gibt ihr ganzes Leben, für diesen einen Rausch, diese eine Blüte.

Das, ist Mayahuels Erbe.

Kālī spürte die Prakṛti – प्रकृति , die Natur, den Kreislauf von Absterben und Wiederaufleben.

Sie deute auf die Höhlung, dort, wo der Blütenschaft ansetzt.

Kālī sprach; In meinen Gedanken, fließt bereits der honigsüße, vergorene Saft, der Pulque.

Ein Trank, der die Götter der Mondwesen, tanzen lässt.

„Die Menschen, trinken diesen Saft, um Māyā – die Illusionen, der Realität zu zerfetzen.

Sie nutzen ihn, als Medizin, als Zaubermittel, und als Aphrodisiakum.

Sie hängen ihre Blätter an die Häuser, um das Böse und den bösen Blick fernzuhalten.

Aber sie vergessen, dass in jedem Tropfen dieser Süße, auch die bittere Oxalsäure, und das scharfe ätherische Öl der Wüste, stecken.“

Kālī sah Indra an, und in ihren Augen, funkelte der Spieltrieb.

Standort; Sonne pur!

Outdoor (Sommer); Am besten steht sie an einem vollsonnigen, heißen Platz auf dem Balkon oder im Garten.

Regen geschützte Plätze sind ideal, damit die Erde nicht dauerhaft nass bleibt.

Kālī sprach; „Du hast sie zu unsere Aloe-Vera-Pflanzen, gestellt.

Ein guter Platz.

Sie werden sich zusammen, an die Hitze erinnern.

Pflege und Zucht

Die Agaven sind extrem pflegeleicht und an extreme Trockenheit angepasst.

Aufgrund ihrer geringen Ansprüche an Wasser, kann sie in Mitteleuropa sehr gut als Kübelpflanze, auf der Terrasse, oder im Wintergarten, gehalten werden.

Aber hüte dich davor, ihr zu viel Wasser zu geben.

Das ist der häufigste Fehler, der Pflege.

Weniger, ist für sie, mehr.

Sie benötigt lediglich viel Sonne, und ein sehr durchlässiges Substrat.

Sie ertrinkt nicht, an der Trockenheit der Welt, sondern an falscher Fürsorge.

Hier unsere Regeln, für die optimale Pflege im Innen- und Außenbereich;

Gießregel;

– Immer erst gießen; wenn das Substrat vollständig ausgetrocknet ist.
– Im Zweifel; lieber eine Woche länger warten.
– Im Sommer (Wachstumsphase); Mäßig gießen (ca. alle 1 bis 2 Wochen, je nach Hitze).
– Im Winter (Ruhephase); Das Gießen fast vollständig einstellen. Alle 4 bis 6 Wochen ein kleiner Schluck reicht völlig aus.
– Wichtig; Niemals Wasser in die Rosette (die Mitte der Pflanze) gießen, da sie sonst faulen kann.

Überwintern

Die Blaue Agave ist nicht winterhart und verträgt keinen Frost (kurzzeitig maximal -2 °C).
Hol sie im Herbst, sobald die Temperaturen unter 5 °C fallen, ins Haus.
Optimal ist ein kühler, heller Raum, bei 5 bis 12 °C.
Am besten, das hellste Südfenster im Haus.
Bei Lichtmangel; verliert sie ihre typische blaue Färbung, und die Blätter werden weich.

Substrat & Düngen

Die richtige Pṛthivi – Erde; Verwende eine sehr durchlässige Kakteen- oder Sukkulentenerde.
Alternativ; mische normale Kübelerde zu gleichen Teilen mit Sand, Bims oder Blähton.
Dünge extrem sparsam.
Von April bis August reicht es, alle 4 bis 6 Wochen, eine schwache Dosis flüssigen Kakteendünger, über das Gießwasser zu geben.
Im Herbst und Winter wird überhaupt nicht gedüngt.

Topf & Umtopfen

Staunässe verhindern!

Der Topf muss unbedingt Abzugslöcher haben.

Leg als unterste Schicht, immer eine Drainage aus Blähton, oder Kies an.

Da Agaven langsam wachsen, ist ein Umtopfen nur alle 3, bis 5 Jahre nötig, am besten im Frühjahr.

Wähle einen schweren Tontopf, damit die kopflastige Pflanze nicht umkippt.

Lass das Substrat austrocknen, bis es reißt.

Erst dann schmeckt der Schmerz nach Honig – मधु – Madhu.“

„Machen wir Tequila aus ihr, oder den octli, metl, oder Pulque genannten, berauschenden Trank, im Geiste der Huaxteken, um beim trinken, den Rausch der Existenz, gänzlich zu verherrlichen?

Sag es mir, mein geliebter Indra.

Der Blütenschaft, wird eingeschnitten, sobald er zu treiben beginnt.

Pulque wird dann aus dem Saft, der sich im Blütenschaft der Agave, über Jahre angesammelt hat, gebraut.

Was, lassen wir in der Höhlung sammeln?“

Kālī schmeckte schon den honigsüßen Saft, der sich im Blütenschaft sammeln wird, und den berauschenden, rituellen Pulque, der entstehen könnte.

Kali sprach; Er wird abgezapft und für drei Wochen vergoren.

Ist die Pulque reif, hat sie eine schmutzig graue Farbe, einen leicht säuerlichen Geruch und schmeckt wie Weizenbier. 

Oder, wir machen eben Tequila daraus.

Aber echter Tequila, darf laut Gesetz, ausschließlich aus dem Herz, der sogenannten Piña, da sie optisch an eine riesige Ananas erinnert, der Blauen Agave gewonnen werden.

Dafür wird das Herz tagelang gebacken, ausgepresst, fermentiert und destilliert.

Der süße Saft wird häufig eingekocht, und als vegane Alternative zu Honig – मधु – Madhu, oder Zuckerrohr – Ikshu, exportiert.

Mayahuel

In der Agavenpflanze, lebt die jugendliche Göttin Mayahuel.

Sie wurde in der Urzeit aus dem Himmel geraubt, und in die nördlichen Wüsten entführt.

Dort ist sie von den Dämonen getötet und zerstückelt worden.

Aus ihren Knochen, machte der wohltätige Schöpfergott Quetzalcoatl die erste Agavenpflanze.

Die Pulque, stand unter dem Schutz des Pulquegottes Pahtecatl, „Medizin-Herr“, und einer Schar von Göttern, die Centzontotochtlin, „Vierhundert Kaninchen“, genannt wurde.

Diese Götter waren Mondwesen, die den Kreislauf vom Absterben und Wiederaufleben der Prakṛti – प्रकृति , die Natur, symbolisierten.

Sie wurden verehrt, wenn die Zeit der Ernten kam.

Dann, war das Trinken von Pulque ein religiöser Akt.

Es war aber nicht erlaubt, mehr als vier Schalen, zu trinken.

Pharmakologie der Azteken

Bei den alten Azteken, wurde Pulque auch medizinisch genutzt.

Alle Pflanzenteile, sowie die Pulque sind medizinisch brauchbar.

In dem Pflanzensaft sind ca. 8% Agavose (Zucker), enthalten, ein scharfes ätherisches Öl, 3-4% Hecogenin, Saponine, etwas Papain und Oxalsäure.

Die Pulque wird oft als Basis für Heilkräuter, und Zauberpflanzen, wie → Ololiuqui, → Peyote, → Stechapfel und → Windensamen benutzt.

Pulque gilt auch als Aphrodisiakum.

In den Blattgeweben entstehen Wirkstoffe „ungeklärter Natur“, die als biogene Stimulatoren wirken.

Huaxteken

Pulque, war auch bei anderen mexikanischen Indianern bekannt.

Die Huaxteken, die am Golf von Amerika, lebten, benutzten Pulque in allen Ritualen.

Anders als die Azteken, verherrlichten sie den dadurch ausgelösten Rausch.

Es gibt eine Reihe von Hinweisen, auf einen sexualmagischen Gebrauch, von Pulque.

Demnach verehrten die Huaxteken erotische Statuen.

Männer legten sich mit Frauen vereinigt, vor den Statuen hin, und ließen sich von den Zauberern, Kleinstiere mit Pulque verabreichen.

Dabei scheint, ein ritueller Analverkehr, vorherrschend gewesen zu sein (vgl. → Coca).

Die Agave gehört noch heute zu den von mexikanischen Indianern, am meisten benutzten Heilpflanzen.

Magisches

Die Blätter der Agave dienen auch als Amulette.

Am Haus angebracht, halten sie das Böse fern, bewahren den Haussegen, und schützen, vor bösen Blicken, und den krankheitsbringenden Winden.

Kālī drehte sich im Kreis, ein flüchtiger Tāṇḍava, ihre Jaṭā, flogen durch die Luft, schwer vom Rauch des Feuerrituals – Yajnas, als sie sprach; Möchtest du Tipps dazu, wie du Ableger (Kindel) der Agave entfernst und neu einpflanzt, oder suchst du Empfehlungen für einen passenden Kakteendünger?

Oder, sollen wir tiefer in den sexualmagischen/rituellen Aspekt des Pulque eintauchen?

Möchtest du, dass wir etwas bestimmtes, mit der Agave anstellen, z.B. ein Amulett für dich schneiden?

Oder soll ein bestimmter Dämon auftauchen, den wir mit den scharfen Blättern der Agave konfrontieren?

Du! Bist mein Indra – इन्द्र . Ich! Bin deine Kālī – काली .

Literatur: Rätsch 1987f, Smet 1985.

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