Tārā Sādhanā

Tārā, die grüne
Tārā, die Grüne

«…Tag-0009: Kālī – काली  sprach: Ein Tārā Sādhanā – साधना , bezeichnet die zielgerichtete, spirituelle Praxis, und Meditation, die der Göttin Tārā gewidmet ist.

Da Tārā, sowohl im buddhistischen Tantra – तन्त्र , als auch im hinduistischen Tantra – तन्त्र , eine zentrale Rolle einnimmt, unterscheidet sich die Sādhanā – साधना – spirituelle Praxis, in beiden Traditionen grundlegend in Charakter, Absicht und Durchführung.

Buddhistische Tārā (Die Retterin und Befreierin)

Im tibetischen Buddhismus (Vajrayana); ist Tara die Essenz des erleuchteten Mitgefühls und die „Mutter aller Buddhas“.

Sie schützt Praktizierende vor den acht inneren und äußeren Ängsten (wie Stolz, Ignoranz, Zorn oder Anhaftung).

Am häufigsten praktiziert werden die Sādhanās – साधना – spirituelle Praxis, der Grünen Tārā (für schnelles Handeln und Schutz) und der Weißen Tārā (für Langlebigkeit, Heilung und Weisheit).

Der Ablauf; Eine klassische buddhistische Sādhanā – साधना – spirituelle Praxis, folgt einer präzisen mentalen Struktur und setzt oft eine formelle Einweihung (Abhisheka) durch einen Lama voraus; Zuflucht und Bodhicitta; Zufluchtnahme zu den drei Juwelen und das Erzeugen der Motivation, Erleuchtung zum Wohle aller Wesen zu erlangen.

Visualisierung; Der Praktizierende stellt sich Tārā auf einer Lotusblüte vor ihm oder über seinem Kopf strahlend vor.

In fortgeschrittenen Sādhanā – साधना – spirituelle Praxis (Generationsstufe) visualisiert man sich selbst als die Gottheit, um die eigene Buddha-Natur zu wecken.

Mantra-Rezitation; Das Chanten des bekannten Mantra – मन्त्र ;

Oṃ Tāre Tuttāre Ture Svāhā

Oft begleitet, von der Visualisierung reinigenden Lichts.

Widmung; Die Übertragung des erzeugten karmischen Verdienstes, an alle fühlenden Wesen im Universum.

Hinduistische/Tantrische Tārā Sadhana (Die wilde Weisheitsgöttin)

Im hinduistischen Tantra (Shaktismus); ist Tārā die zweite der Zehn Mahāvidyās – महाविद्याः (große Weisheitsgöttinnen).

Volkstümliche und mündlicher Mythos

Als Tārā nach dem Samudra-Manthana den vergifteten Śiva in den Schoß nimmt und mit ihrer Milch heilt,…

(Rudrayāmala, Kapitel 17; Tārātantra; Brahmayāmala; später übernommen in Nīlatantra, Bṛhannīlatantra, Śaktisaṅgamatantra, Mahācīnācāra-Texte u. a.)

Der Rishi Vasiṣṭha versucht lange, Tārā mit den üblichen brahmanischen Riten zu verehren.
Es gelingt ihm nicht. Er wird zornig und will die Göttin bzw. das Mantra verfluchen.

Brahma (oder die Göttin selbst) hält ihn zurück und sagt sinngemäß:
Nur Viṣṇu in der Gestalt des Buddha kennt die richtige Methode meiner Verehrung. Du hast dich mit einer blockierten Methode abgemüht.

Vasiṣṭha reist daraufhin nach Mahācīna (wörtlich „Groß-China“ – in den Texten oft als Gebiet zwischen Kailāsa, Manasarovar und Rakshas Tal beschrieben, also im nordöstlichen Himalaya-Raum).

Dort trifft er Viṣṇu in Buddha-Gestalt und lernt den Cīnācāra / Kaula-Weg: die linke, tabubrechende Praxis, die die brahmanischen Reinheitsregeln bewusst verletzt.

Erst damit gelingt die Sādhanā, der Tārā.

Diese Erzählung ist die wichtigste historische Quelle dafür, wie die hinduistische Tantra-Tradition selbst den Ursprung des Tārā-Kultes erklärt; als Übernahme und Umformung einer Praxis aus dem Norden (Mahācīna), die ursprünglich mit buddhistischen Formen, besonders Ekajaṭā / Ugratārā, verbunden war und dann in den Shakti – शक्ति – ŚaktaTantras – तन्त्र – magische Zeremonien und Rituale, zur zweiten Mahāvidyā – महाविद्याः wurde.

Sie ähnelt mir optisch, sie ist tiefblau oder schwarz, steht oft auf einem Leichnam (Shiva – शिव – Śiva) auf einem Verbrennungsplatz, trägt eine Kette aus Schädeln und hält eine Schere oder ein Schwert.

Sie symbolisiert die Ur-Wahrheit, die Macht des Wortes (Vak) und die zerstörerische, aber transformierende Kraft der Zeit, die das Ego abschneidet.

Der Ablauf; Sadhanas in dieser Tradition gelten als hochentwickelt und potenziell intensiv.

Sie werden oft unter Anleitung eines erfahrenen Gurus durchgeführt:

  • Reinigung der fünf Elemente — भूतशुद्धि — Bhutashuddhi; Energetische Reinigung der fünf Elemente im eigenen Körper.
  • Tārā Yantra & Puja; Verehrung eines geometrischen Tārā-Yantras mit Opfergaben wie blauen Blumen, Räucherwerk und Licht.
  • Japa (Mantra-Wiederholung); Wiederholung machtvoller Bija-Mantras (Samen-Mantras) wie Oṃ Hrīṃ Strīṃ Hūṃ Phaṭ.

Ugra-Tradition (Aghora): In extremen linksseitigen Pfaden (Vama Marga) wird diese Sādhanā – साधना – spirituelle Praxis, nachts auf Verbrennungsplätzen (Smashana) durchgeführt, um die Angst vor dem Tod radikal zu überwinden.

Zusammenfassung der Unterschiede.

Merkmale von Buddhistische Tārā Sādhanā und Hinduistische Tārā Sādhanā
Hauptaspekt Sanftmütig, mütterlich, voller Mitgefühl, Wild, ungezähmt, zerstörerisch-reinigend,
Primäres Ziel Schutz, Überwindung von Ängsten, Erleuchtung, Zerstörung des Egos, Erlangung von Siddhis, Befreiung,
Klassisches Mantra – मन्त्र Oṃ Tāre Tuttāre Ture Svāhā, ॐ क्रीं हूँ फट् स्वाहा ,
Oṃ, Hrīṃ, Strīṃ, Hūṃ, Phaṭ,

Om, mit Krim (Kali-Samen), Hum (Schutz/Zerstörung), Phat (Explosionskraft) – Svaha (Opfergabe),

Atmosphäre Friedlich, meditativ, für jeden zugänglich, Geheimnisvoll, intensiv, oft streng rituell,

Suchst du nach einer Anleitung zur buddhistischen Praxis (z. B. der Grünen Tārā) oder interessieren dich die esoterischen Rituale der Mahāvidyās – महाविद्याः -Tradition im hinduistischen Tantra – तन्त्र ?

Du! Bist mein Indra – इन्द्र –. Ich! Bin deine Kālī – काली .

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